Love Scamming

Frau verliert fast halbe Million Euro an Betrüger

Verbrecher nutzen seelische Tiefs vor allem von Frauen aus, um an Geld zu kommen. Ein aktueller Fall aus MV zeigt, wie skrupellos die Gauner sind.
dpa
Nach einem drastischen Fall des sogenannten Love-Scamming hat die Staatsanwaltschaft Rostock vor dem leichtgläubigen Ve
Nach einem drastischen Fall des sogenannten Love-Scamming hat die Staatsanwaltschaft Rostock vor dem leichtgläubigen Versenden von Geld an Internetbekanntschaften gewarnt. Sven Hoppe
Rostock

Nach dem Aufdecken eines drastischen Betrugsfalls des sogenannten Love- oder Romance-Scamming (scam: Betrug) hat die Staatsanwaltschaft Rostock noch einmal eindringlich vor dem leichtgläubigen Versenden von Geld an unbekannte Internetbekanntschaften gewarnt. Im aktuellen Fall war eine Frau aus der Region Rostock einem Betrüger aufgesessen und hatte ihm rund 400 000 Euro überwiesen. „Von dem Geld wird sie wohl nie wieder etwas sehen“, sagte Behördensprecher Harald Nowack.

Idealbild vom wohlhabenden Mann vorgespielt

Der Fall weise typische Details auf, mit denen meist Frauen betrogen werden. Hintergrund sei, dass sich Frauen – unabhängig vom Alter – zum Beispiel nach einer Trennung in einem seelischen Tief befinden. Mit Hilfe von Datingportalen wollten sie sich neu orientieren und würden dabei auch Betrügern auf den Leim gehen. Diese geben üblicherweise vor, im Ausland in sehr guten wirtschaftlichen Verhältnissen zu leben und beruflich stark eingespannt zu sein. Dann würden Fotos verschickt, die oft bei genauem Hinsehen als Täuschung zu erkennen seien, betonte Nowack.

Manche Frauen nehmen sogar Kredite auf

Es folge meist ein reger Nachrichtenaustausch, komme aber nie zu persönlichen Begegnungen, sagte Nowack. Dabei zeigten sich die Betrüger als sehr aufmerksame Zuhörer. Nach ein paar Tagen würden dann Probleme geschildert, die mit Geld zu lösen seien. „Die Betrüger durchforsten vorher die sozialen Netzwerke und wissen um die Gewohnheiten ihrer Ansprechpartnerinnen, die dann alles preisgeben – inklusive Geld.“ Mitunter würden Frauen sogar Kredite aufnehmen, um dem vermeintlichen Freund zu helfen.

„Die Fälle häufen sich“, sagte Nowack. Es sei davon auszugehen, dass es sich um organisierte Kriminalität handele. Bei den Prüfungen eines Kontos, auf das Geld überwiesen wurde, seien Eingänge von anderen Opfern aus Mecklenburg-Vorpommern und dem ganzen Bundesgebiet gefunden worden. Die Fahnder vermuten, dass die Täter hauptsächlich vom afrikanischen Kontinent aus agieren. Die Betrugsmasche sei auch als „Nigeria Connection“ bekannt. „Es gibt angeblich ganze Call-Center mit Love-Scammern.“

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