ANTI-TERROR-EINSATZ

Freigelassene Terrorverdächtige aus Güstrow sind Anhänger des IS

In Gewahrsam genommen, dann frei gelassen – und wohl doch brandgefährlich. Das zumindest legen Geheimdienstpapiere nahe, die dem Nordkurier vorliegen.
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Bei dem Großeinsatz am 26. Juli waren Einsatzkräfte vieler Behörden beteiligt.
Bei dem Großeinsatz am 26. Juli waren Einsatzkräfte vieler Behörden beteiligt. Bodo Marks
Güstrow.

Die Terrorverdächtigen aus Güstrow standen im Kontakt mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Außerdem soll mindestens einer von ihnen im Besitz von Waffen sein und wissen, wie man Bomben herstellt. Das geht aus als geheim eingestuften Unterlagen hervor.

Die Verschlusssachen-Dokumente (VS) stammen vom Bundesamt für Verfassungsschutz, dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem für die Auslandsspionage zuständigen Bundesnachrichtendienst. Die Dokumente wurden den Gerichten zur Verfügung gestellt, die die Verdächtigen nach ihrer spektakulären Festnahme in Güstrow vor einer Woche wieder auf freien Fuß gesetzt haben.

Kontakt mit IS-Mitglied aus Syrien

Zentrale Figur ist Amir H. In der Zusammenfassung, die dem Nordkurier vorliegt, heißt es: „Aus Überwachungsmaßnahmen ergäben sich Hinweise, dass die Brüder H. Anhänger des Islamischen Staates seien und sich an Kommunikation über Anschlagsvorbereitungen beteiligt hätten.” Laut einer abgefangenen Nachricht des IS wisse Amir H., wie man „Süßigkeiten” herstelle, er sei im Besitz von Waffen, er könne weitere besorgen, sei Teil einer dreiköpfigen Gruppe, halte sich in Deutschland auf und habe Helfer in Bosnien. Mit „Süßigkeiten” sind Sprengstoffe gemeint.

Die durch die Geheimdienste abgefangene Nachricht stammt von einer „für die Medienarbeit des IS zuständigen Person” und richtete sich an ein Mitglied der Terrormiliz in der syrischen IS-Hochburg Raqqa. Dieser sollte dann für Amir H. Kontakt zu weiteren Personen in Deutschland und Europa herstellen.

Lesen Sie mehr zu dem Fall in der Donnerstagsausgabe des Nordkurier.

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