STREIKEN FÜRS KLIMA

"Fridays for Future" gründet neue Ortsgruppen in MV

Demo statt Schule: Seit rund vier Monaten gehen Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern für das Klima auf die Straße. Jetzt schließen sich weitere Gruppen an.
dpa
Seit rund vier Monaten gehen Jugendliche in MV für das Klima auf die Straße – unter anderem in Neubrandenburg.
Seit rund vier Monaten gehen Jugendliche in MV für das Klima auf die Straße – unter anderem in Neubrandenburg. Natalie Meinert
Rostock.

Nach vier Monaten „Fridays for Future” in Mecklenburg-Vorpommern ziehen die Initiatoren eine positive Bilanz. Tausende Schüler seien seit Beginn der Demonstrationen im Februar im Nordosten für den Klimaschutz auf die Straße gegangen. Und die Bewegung wachse weiter: In den vergangenen Wochen gründeten Jugendliche Ortsgruppen in Ludwigslust und auf Usedom, wie Sprecherin Carlotta Petersen aus Boizenburg sagt.

„Wir sind mit den Politikern ins Gespräch gekommen”, erklärt die 15 Jahre alte Petersen. Als ein erstes Ergebnis der Aktionen im Nordosten verabredeten die jungen Aktivisten mit der Landesregierung die Gründung eines Rates für Umwelt und Nachhaltigkeit – kurz: Run. Er sei das erste derartige Gremium bundesweit. Unter anderem fordern die Schüler einen kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien, die Schließung des Kohlekraftwerks in Rostock und eine stärkere Förderung des öffentlichen Nahverkehrs. Im September würden die Umweltschützer der Regierung konkrete Vorschläge vorlegen. „Wenn Unternehmen Lobbyarbeit machen können, dann dürfen wir auch fürs Klima werben”, sagt Petersen.

„Scientist for Future”, „Parents for Future” und „Farmers for Future”

Dafür treten die Jugendlichen in den Schulstreik. „Das ist ein wichtiges Druckmittel für uns”, sagt Petersen. Wenn die Schulen freitags leer blieben, stünden die Politiker in einem stärkeren Zugzwang sich für den Klimaschutz einzusetzen. „Ich streike so lange weiter, bis Mecklenburg-Vorpommern klimaneutral ist”, sagt Petersen, die sich bis zu 17 Stunden in der Woche für die Bewegung engagiert. Die klassischen „Entschuldigungs-Zettel” mit denen sich kranke Schüler vom Unterricht abmelden, hat sie gemeinsam mit ihren Eltern abgewandelt. Auf ihren stehe seit Februar „Information über Fernbleiben vom Unterricht”, denn entschuldigen wolle sie sich nicht für ihren Protest, sagt die 15-Jährige. Ihre Lehrer akzeptierten ihr Engagement

Unterstützung bekommen die Schüler auch von Wissenschaftlern, Landwirten und Eltern. Sie haben die Gruppen „Scientist for Future”, „Parents for Future” und „Farmers for Future” gegründet. Gemeinsam wollen die Initiativen am Freitag durch die Rostocker Innenstadt ziehen.

In Aachen findet am gleichen Tag die erste internationale Demonstration von „Fridays for Future” statt. Die Protestbewegung erwarte 20.000 Teilnehmer aus 16 Ländern. Mehr als hundert Schüler würden aus Mecklenburg-Vorpommern anreisen, sagt Petersen.

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Kommentare (1)

wird die Welt verändern. Sie hat etwas verstanden, was die morschen Knochen nicht mehr begreifen wollen und können. Dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann!