Der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik möchte für die Landtagswahl 2021 nicht mehr kandidieren. Grund ist unte
Der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik möchte für die Landtagswahl 2021 nicht mehr kandidieren. Grund ist unter anderem fehlende Rückendeckung innerhalb der eigenen Fraktion im Kampf gegen Rechtsextremismus. Jens Büttner
Landtag ade

Friedriszik (SPD) im Kampf gegen Rechts von Partei allein gelassen

SPD-Politiker Dirk Friedriszik will im nächsten Jahr nicht mehr für die MV-Landtagswahl kandidieren. Seine Entscheidung hat mit den "Nordkreuz"-Preppern und dem NSU zu tun.
Ludwigslust

Der Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik (SPD) will nach dieser Legislaturperiode nicht mehr in den Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Das hat er Ende August überraschend am Rande einer Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Ludwigslust verkündet.

Auf Nordkurier-Nachfrage erläutert der Sprecher für Bundeswehr-, Entwicklungs-, Europa- und Justizpolitik seine Beweggründe: „Ich stehe mit meinem größten Anliegen, dem Kampf gegen Rechts, in meiner Fraktion komplett alleine auf weiter Flur.”

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Drohungen und Schüsse aufs Haus

Friedriszik macht sich unter anderem stark für die Aufklärung vom rechtsextremen „Nordkreuz”-Prepper-Netzwerk, sitzt im NSU-Untersuchungsausschuss und kritisiert immer wieder die Fehler vom MV-Verfassungsschutz und dem Innenministerium in puncto Extremismus. Er habe wegen dieses Kampfes zahlreiche Anfeindungen und Drohungen erhalten, sogar Schüsse auf sein Haus seien abgefeuert worden, so der 49-Jährige. „Allerdings ist da nichts passiert, es gab kaum Ermittlungen.”

Friederiszik wurde bei der Landtagswahl 2016 als Direktkandidat der SPD über den Landtagswahlkreis Ludwigslust-Parchim III in den Landtag gewählt. Er habe „sehr, sehr lange” nachgedacht, und sei nach reiflicher Abwägung und Gesprächen mit der Familie zu dem Entschluss gekommen.

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Auch „Familiäres und Privates” hätten zu seiner Entscheidung beigetragen. In seinem Ortsverein Ludwiglust bleibe er aber weiter aktiv. Abschließend sagt Friedriszik: „Ich werde die Arbeit gegen Rechts weitermachen, aber ich glaube, ich kann das besser, wenn ich nicht mehr in der Fraktion sein werde.”

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