Teure Bahnfahrt
Frierender Obdachloser wegen Betrugs verhaftet

Der Mann wurde in einem ICE erwischt und am Bahnhof in Ludwigslust verhaftet.
Der Mann wurde in einem ICE erwischt und am Bahnhof in Ludwigslust verhaftet.
Dpa

Die Polizei hat einen Mann verhaftet, der in einem ICE die Zeche geprellt hat. Es handelt sich um einen Obdachlosen, der offenbar Hilfe brauchte.

Ein 27 Jahre alter Mann ist in Ludwigslust festgenommen worden. Ihm wird von der Polizei vorgeworfen, sich in einem ICE von Hamburg nach Berlin Leistungen erschlichen zu haben. Demnach bestellte er im Bordrestaurant des Zuges Essen und nahm dies zu sich, ohne zu bezahlen, hieß es am Donnerstag. Einen Fahrschein hatte er auch nicht dabei. Der Zugbegleiter rief die Polizei und verwies den Mann am Dienstag in Ludwigslust des Zuges.

Wie sich dann herausstellte, war der 27-jährige Obdachlose eigenen Angaben zufolge bereits seit dem Wochenende mit dem Zug durch Norddeutschland gereist. Das gilt auch für eine weitere Zugstrecke von Göttingen nach Hannover, fand die Polizei anschließend heraus. Bei seiner Festnahme am Bahnhof Ludwigslust habe er sich auf die Gleise fallen lassen und habe geweint, so die Polizei. Er habe vor Kälte gezittert, da er nur einen Pulli getragen habe.

Aufgrund seines verwirrten Eindrucks habe man ihn in eine Klinik gebracht, hieß es von der Polizei. Jetzt wird gegen den Mann wegen Erschleichens von Leistungen und Betruges ermittelt.

Kommentare (3)

Es ist schon schlimm genug, wenn Menschen ohne Obdach sind, denen vielleicht das Leben nicht so schön mitgespielt hat. Möchte ich auch nicht beurteilen, nur stellt sich hier wieder die Frage, ob sich Staatsanwälte und Polizei an diesem Leid wieder aufgeilen, weil der Polizei offenbar ein "gaaaanz großer Fisch" ins Netz gegangen ist. Ist ja immer wieder zu erkennen, an sozial Schwachen, an Rentnern, an Menschen die es ohnehin schwer genug haben, vergreifen sich Polizei und Justiz ja besonders gerne, vor allen Dingen an Menschen die sich nicht wehren, oder wehren können. Die Polizei, wie auch die Justiz sollte sich schämen, das es hier so weit kommt, das man sich um etwas zu Essen leisten zu können straffällig werden muß. Nicht zu vergessen der Zugbegleiter. Hätte er anders reagiert könnte man ihn sicher als Eisenbahner mit Herz vorschlagen. Aber diese "Leistung" ist keine Meisterleistung.

Sollen dann, alle Obdachlosen, mit der Bahn fahren, wenn sie Hunger haben ?

Soll die Zugbegleitung, das Menü bezahlen ?