Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Stralsund sind darüber verärgert, dass oft nur die Berufsfeuerwehr in der
Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Stralsund sind darüber verärgert, dass oft nur die Berufsfeuerwehr in der Öffentlichkeit erwähnt wird. © marc-borchert/EyeEm - stock.adobe.com
Freiwillige Retter

Frustrierter Feuerwehrmann macht seinem Ärger Luft

Ein ehrenamtlicher Brandbekämpfer und seine Kameraden gaben bei einem Feuer in Stralsund alles. Öffentlich erwähnt wurde aber nur die Berufsfeuerwehr. Das kann der Wehrführer nicht so stehen lassen.
Stralsund

Nach einem Wohnungsbrand am Sonnabend in Stralsund am Sonnabend macht der ehrenamtliche Feuerwehrmann Andreas Redlich seinem Ärger Luft. Die Polizei erwähnte in ihrer Pressemitteilung nur die Berufsfeuerwehr Stralsund. Dass die Freiwillige Feuerwehr Stralsund mindestens genauso hart gearbeitet hat, um die Flammen in dem Mehrfamilienhaus unter Kontrolle zu bekommen, wurde nicht mitgeteilt.

Das kommt leider sehr häufig vor, schreibt der Wehrführer auf seiner Facebook-Seite. „18 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Stralsund waren an diesem Einsatz beteiligt. Durch die Berichterstattung in den Medien finden erneut die hauptamtlichen Einsatzkräfte Erwähnung, die Ehrenamtler nicht. Danke Polizei Vorpommern-Rügen”, so der ehrenamtliche Brandbekämpfer sarkastisch.

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Polizeiführerin Verena Splettstößer, die die Meldung am Sonnabend verfasst hatte, kann den Ärger nachvollziehen und weist ausdrücklich darauf hin, dass das Versäumnis keinesfalls böse Absicht war. Ihr komme nicht zum ersten Mal eine Beschwerde dieser Art zu Gehör, erklärte sie auf Nordkurier-Nachfrage. Sie könne in ihrer Dienststelle in Neubrandenburg aber nur mit den Informationen arbeiten, die ihr das Revier vor Ort aus Stralsund meldet.

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Oftmals würden die Polizeibeamten, die vom Einsatzort berichten, gar nicht zwischen Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr unterscheiden, sondern nur mitteilen, dass die Feuerwehr löschte. Für den Normalbürger sei diese Information auch völlig ausreichend. Sie könne aber verstehen, dass sich die freiwilligen Retter darüber ärgern. Verena Splettstößer versprach am Sonntag: „Ich rufe gleich in Stralsund an und versuche, die Kollegen zu sensibilisieren.” Natürlich sei ihr bewusst, wie überaus wichtig die ehrenamtliche Arbeit der freiwilligen Löschkräfte in Mecklenburg-Vorpommern ist.

Außerdem wies sie darauf hin, dass sich die Polizei durchaus die Mühe macht, alle beteiligten Rettungskräfte aufzuzählen, soweit das eben möglich ist. Sie erinnerte an eine weitere Meldung, ebenfalls von Sonnabend, in der es um einen brennenden Wohnwagen ging. Darin hatte sie akribisch „die Feuerwehren Golm, Holzendorf und Groß Miltzow mit 4 Einsatzfahrzeugen und 15 Kameraden aufgelistet”.

Andreas Redlich rührt bei der Gelegenheit die Werbetrommel für die Freiwillige Feuerwehr Stralsund: „Auch wenn wieder einmal der Eindruck erweckt wird, dass die Berufsfeuerwehr Stralsund alle Einsätze in der Hansestadt alleine abarbeiten kann, freut sich die Freiwillige Feuerwehr Stralsund immer über Unterstützung. Es gibt auch in Stralsund die Möglichkeit des ehrenamtlichen Engagements im Feuerwehrdienst. Bei Interesse kann man sich gerne melden.” Für die Berichterstattung über Feuerwehreinsätze schlägt er die Formulierung "Einsatzkräfte der Feuerwehr" vor. So werde niemand ausgeschlossen.

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