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Krankheitswelle

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Fünf Grippetote in MV

Es handelt sich um die schwerste Grippewelle seit Jahren.
Es handelt sich um die schwerste Grippewelle seit Jahren.
Karl-Josef Hildenbrand

So schlimm war die Grippewelle schon seit mehreren Jahren nicht mehr im Land. Es werden immer mehr Kranke. Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht.

Die Zahl der gemeldeten Influenza-Erkrankungen steigt nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich an. „Die Meldedaten deuten auf eine der schwersten und langwierigsten Grippewellen seit zehn Jahren hin”, sagte Lagus-Chef Heiko Will am Mittwoch in Rostock.

Bisher seien fünf Influenza-bedingte Todesfälle gemeldet worden. Die drei Männer und zwei Frauen waren alle zwischen 77 und 98 Jahre alt und zählten damit zur Risikogruppe. In der Vorsaison hatte es in MV insgesamt zehn Todesfälle im Zusammenhang mit einer Influenza gegeben.

In der vergangenen Woche waren dem Amt 1713 Influenza-Infektionen gemeldet worden, in der Woche davor waren es 1526 Erkrankungen. „Danach werden in Mecklenburg-Vorpommern schon jetzt etwa ein Drittel mehr Fälle registriert als insgesamt in vergleichbaren Jahren mit hoher Grippeintensität”, sagte Will.

Insgesamt wurden dem Lagus seit Beginn der Grippesaison im vergangenen Herbst 6530 Grippefälle gemeldet, in der Saison 2016/17 waren es zum gleichen Zeitpunkt 3423, die Saison davor 1771. Es sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Auswirkungen vor allem in Kliniken bemerkbar

Bundesweit hat die Grippewelle in Deutschland ihren Höhepunkt überschritten. Nur die Menschen im Norden müssen noch ein wenig darauf warten. In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern war entgegen dem Bundestrend die Zahl der Patienten mit akuten Atemwegerkrankungen weiter gestiegen, wie das Robert Koch-Institut am vergangenen Wochenende mitteilte.

Die Auswirkungen der Grippewelle sind in Behörden, Betrieben und Kliniken spüren. Überall gibt es Lücken in der Betreuung von Kunden oder Versorgung von Patienten. Auch die größte Klinik im Land, die Universitätsmedizin Rostock, ist davon betroffen.

„Die Lage in der Anästhesie- und Intensivpflege und auch in der OP-Pflege ist aufgrund der aktuellen Krankheitswelle signifikant angespannt”, sagte der Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Daniel Reuter. „Wir stellen aber die zeitgerechte Versorgung aller Notfallpatienten in jedem Falle sicher, letztlich auch durch den wirklich großartigen Einsatz der „verbliebenen” Mitarbeiter.”