ENDE GELÄNDE

Gefährliche Abseil-Aktion von Parkhaus in Rostock

Demonstranten forderten, dass Flüchtlinge aus Griechenland von der Reederei Aida nach Deutschland gebracht werden. Bei dem Protest kam es zu riskanten Aktionen.
Diese gefährliche Protestaktion von Umweltschützern hat am Sonntag einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr
Diese gefährliche Protestaktion von Umweltschützern hat am Sonntag einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr in Rostock ausgelöst. Stefan Tretropp
Rostock.

Eine gefährliche Protestaktion von Rostocker Umweltschützern hat am Sonntag einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr in Rostock ausgelöst. Mehrere Personen der Gruppe „Ende Gelände" beteiligten sich – trotz eines bundesweit verhängten Versammlungsverbots – an einer Abseilaktion von einem Parkhaus Am Strande. Sie nahmen an dem bundesweiten Aktionstag „LeaveNoOneBehind“ teil, der auf die schwierige Lage in den griechischen Flüchtlingslagern aufmerksam machen soll, wo Tausende trotz der Coronakrise auf engem Raum leben müssen.

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Die Aktion war bewusst an dem Ort des Hauptsitzes von Aida gewählt. So begleitete ein Fotograf mit mehreren Kameras die Aktion. Mehrere Personen befestigten zunächst vor einer großen Kreuzfahrtwerbung ein großes Banner, auf dem zu lesen war: „Rostock mit Herz – Hier kann die Welt zuhause sein – Evakuiert die griechischen Lager – mit Schiffen von Aida“.

Verstoß gegen Corona-Regeln

Bei der Anbringung eines zweiten Plakates am Parkhaus wurden sie von einem Sicherheitsdienst entdeckt, der den Notruf wählte. So eilten die Polizei mit mehreren Streifenwagen und die Feuerwehr mit einem kompletten Löschzug an den Einsatzort. Unter Aufsicht der Beamten versuchten die Teilnehmer, weiterhin ihre Botschaft aufzuhängen. Erst später mussten sich die Aktivisten abseilen und konnten zumindest das zweite Banner nicht mehr aufhängen.

Vorher hatten mehrere Teilnehmer bereits mit Sprühkreide auf den Parkplatz Sprüche und Forderungen gemalt. Die Feuerwehr entfernte diese mit ihren Wasserschläuchen. Die Polizisten notierten die Personalien der beteiligten Personen. Nun prüfen die Beamten, inwieweit die Aktion der Umweltschützer strafrechtlich relevant ist. Auch müsse die Frage geklärt werden, ob die Aktivisten die immensen Kosten für den Einsatz tragen müssen. So kann den Umweltschützern nun auch ein Verfahren gegen das Infektionsschutzgesetz drohen, da sie gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen verstoßen haben. Verletzt wurde bei der riskanten Aktion niemand.

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