VIELE RÜCKRUFE

Gefährliche Lebensmittel bringen Angst auf den Tisch

Rückrufe für Wurst, Milch, Mineralwasser: Was lässt sich überhaupt noch unbedenklich genießen? Verbraucherschützer fordern schärfere Kontrollen.
Jörg Spreemann Jörg Spreemann
Unter anderem Milch- und Wurstprodukte wurden zuletzt bundesweit vermehrt zurückgerufen.
Unter anderem Milch- und Wurstprodukte wurden zuletzt bundesweit vermehrt zurückgerufen.
Neubrandenburg.

Die Reihe der Rückrufe gefährlicher Lebensmittel nimmt kein Ende: Der Molkereikonzern DMK hat am Freitag in einer Eilaktion fettarme Milch in Ein-Liter-Kartons zurückgerufen. Das Produkt könne mit einem Bakterium verunreinigt sein, das zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Durchfall führen könne. Nach Expertenangaben sind bei geschwächten Menschen auch Entzündungen der Haut oder von Knochen oder Knochenmark möglich.

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In den vergangenen Tagen hatte bereits der hessische Fleischverarbeiter Wilke die Produktion eingestellt, nachdem Listerien in Wurstprodukten gefunden wurden und zwei Menschen nach Verzehr der Produkte gestorben waren. Danach hatte Greifenfleisch aus Greifswald grobe Leberwurst zurückgerufen, weil in dem Produkt Metallteile enthalten sein könnten. Zuvor hatte der Getränkehersteller Vivaris in Grüneberg (Brandenburg) vor Glasflaschen gewarnt, weil sich Verschlüsse lösen könnten.

Verunreinigte Milch stammt aus Nordrhein-Westfalen

Die möglicherweise verunreinigte DMK-Milch stammt nicht aus den Molkereien der Genossenschaft in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg. Verursacher sei eine defekte Dichtung in der Molkerei Everswinkel in Nordrhein-Westfalen, teilte ein DMK-Sprecher mit. Der Vorfall sei bei einer Routinekontrolle entdeckt worden.

Erkennbar ist die betroffene Milch am aufgedruckten Kennzeichen DE NW 508 EG. Verkauft wurde das Produkt mit Haltbarkeitsdaten zwischen dem 10.10. und 20.10. 2019 für Endverbraucher bei Aldi, Kaufland, Edeka, Rewe, real und Netto (rot). Der Discounter Lidl informierte, die Milch sei ausschließlich in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen angeboten worden.

MV-Ministerium verteidigt bisherige Kontrollen

Angesichts der Kette von Rückrufen fordert die Verbraucherzentrale ein besseres Warnsystem vor möglicherweise gefährlichen Lebensmitteln. Besonders der Fall Wilke mit mehr als 1000 teils bundesweit verkauften Fleischprodukten zeige, dass es zu lange dauere, bis Lieferketten aufgeklärt seinen und Verbraucher informiert würden. In Hessen hatten Behörden erst mit mehrtägiger Verzögerung auf Listerien-Funde reagiert.

Nach Ansicht der Verbraucherzentralen müssten auch Behörden Rückrufe erlassen können. Bisher sind dafür allein die Firmen verantwortlich. Außerdem müssten Betriebsschließungen schneller vorgenommen werden können. Die kommunale Überwachung durch Kommunen sei angesichts der oft überregional arbeitenden Betriebe nicht mehr zeitgemäß und müsse deshalb auf Länderebene angesiedelt werden.

Das Schweriner Landwirtschaftsministerium verteidigte die bisherige Praxis und nannte die Häufung von Rückrufen eher zufällig. Die industrielle Herstellung von Lebensmitteln sei nicht unsicherer und unterliege strengen Kontrollmechanismen.

 

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