Hier ist dicht: Der Putenmastbetrieb in Heinrichswalde ist hermetisch abgeriegelt.
Hier ist dicht: Der Putenmastbetrieb in Heinrichswalde ist hermetisch abgeriegelt. Bernd Wüstneck
Der Mastputenbetrieb in Heinrichswalde wurde gesperrt.
Gähnende Leere auf dem Gelände in Heinrichswalde. Christopher Niemann
Die Arbeiter auf dem Gelände müssen Schutzanzüge tragen.
Die Arbeiter auf dem Gelände müssen Schutzanzüge tragen. Bernd Wüstneck
Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, müssen auch alle Fahrzeuge auf dem Gelände desinfiziert werden.
Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, müssen auch alle Fahrzeuge auf dem Gelände desinfiziert werden. Bernd Wüstneck
Auch die Polizei ist vor Ort.
Auch die Polizei ist vor Ort. Christopher Niemann
Geflügel darf im Umkreis von 50 Kilometern um die Anlage nicht mehr draußen gehalten werden, was sich bis an die polnische Grenze erstreckt.
Geflügel darf im Umkreis von 50 Kilometern um die Anlage nicht mehr draußen gehalten werden, was sich bis an die polnische Grenze erstreckt. Patrick Seeger
Geflügelpest in Vorpommern ausgebrochen

31 000 Puten werden getötet

Alarm in Heinrichswalde: Hier ist ein besonders gefährlicher Subtyp der Geflügelpest aufgetaucht. Der Kreis Vorpommern-Greifswald greift jetzt hart durch.
dpa

Der von der Geflügelpest betroffene Mastputenbetrieb in Heinrichswalde ist gesperrt - die Puten sind mit dem Influenzavirus vom Subtyp H5N8 infiziert. Die gut 31 000 Tiere sollten am Donnerstag getötet werden.  "Das ist das erste Glutnest von diesem Virus und das muss schnell ausgetreten werden", sagte Kreisamtstierarzt Holger Vogel in Anklam. Etwa 2000 Puten sind laut Vogel bisher an dem hochansteckenden Virus H5N8 verendet.

Verbot von Freilandhaltung in Sperrzone

Im Umkreis von 50 Kilometern müssen Geflügelhalter ihre Tiere von sofort an im Stall lassen. Eine entsprechende Verfügung hat das Landwirtschaftsministerium erlassen, wie ein Sprecher mitteilte. Auch Tierhalter in der Nähe von Wasserrastplätzen von Zugvögeln an Binnenseen und an der Ostseeküste müssen ihre Hühner, Enten oder Gänse einsperren. Nach den Worten des Kreisamtstierarztes Holger Vogel in Anklam reicht das Gebiet über den Landkreis Vorpommern-Greifswald hinaus bis in die Uckermark, die Mecklenburgische Seenplatte und bis nach Polen.

Nach Angaben des Agrarministeriums wird jetzt alles Geflügel - auch in privaten Kleinsthaltungen - im Umkreis von drei Kilometern um den Geflügelpest-Betrieb begutachtet. Vogel schätzt den Bestand auf rund 1000 Tiere. Im Radius von einem Kilometer soll das Geflügel vorsichtshalber getötet werden. Ein Betrieb mit 115 000 Legehennen soll aber außerhalb des Drei-Kilometer-Radius liegen.

Herkunft des Erregers noch unklar

In dem Betrieb in Heinrichswalde habe es seit Anfang des Monats erhöhte Todesraten gegeben, die sich in den vergangenen Tagen gesteigert hätten, sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler- Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter. Wie der Erreger der Geflügelpest in den Bestand kam, ist laut Mettenleiter noch unklar. Das FLI habe vier Experten in den Ort geschickt, die nach den Ursachen forschen. Zuletzt war 2008 ein hochpathogener H5-Erreger in Deutschland aufgetreten.

Geflügelpest - hochansteckende Viruserkrankung

Die Geflügelpest ist eine vor allem für Hühner und Puten hochansteckende Viruserkrankung. Innerhalb weniger Tage kann der ganze Tierbestand erkranken. Bei den Viren spielen die Subtypen H5 und H7 eine besondere Rolle. Sie können in einer niedrig pathogenen (krankmachenden) und einer hoch pathogenen Form auftreten.

Wilde Wasservögel sind die natürlichen Wirte dieser Viren. Sie erkranken gewöhnlich kaum. Menschen können sich bei intensivem Kontakt mit infiziertem Geflügel anstecken. Infektionen mit bestimmten Virusstämmen, etwa dem aus Asien stammenden H5-N1 Virus, können tödlich verlaufen. Die Erreger sind hitzeempfindlich und werden beim Kochen zerstört.
 

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