Verdacht bestätigt

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Geflügelpest-Virus H5N8 in Putenmastbetrieb

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) bereitet am 27.01.2017 im Putenmatbetrieb in Deyelsdorf bei Tribsees die Tötung der Tiere vor, nachdem sich Verdacht auf Geflügelpest mit dem hochansteckenden Virus H5N8 bestätigt hat.
Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) bereitet am 27.01.2017 im Putenmatbetrieb in Deyelsdorf bei Tribsees die Tötung der Tiere vor, nachdem sich Verdacht auf Geflügelpest mit dem hochansteckenden Virus H5N8 bestätigt hat.
Bernd Wüstneck

Während in Triebsees 40.000 Tiere getötet werden, sehen Forscher keine Anzeichen für ein Abklingen. Neben H5N8 gibt es jetzt mit H5N5 einen weiteren gefährlichen Erreger.

In einem Mastbetrieb mit rund 40 000 Puten bei Tribsees (Vorpommern-Rügen) hat sich der Verdacht auf Geflügelpest mit dem hochansteckenden Virus H5N8 bestätigt. Das teilte der Landkreis Vorpommern-Rügen am Freitag mit. Nun würden alle Tiere getötet. Das Ganze werde voraussichtlich zwei Tage dauern.

Die Umgebung des Stalles sei abgesperrt, der Verkehr auf der Kreisstraße werde umgeleitet, sagte ein Sprecher. In einem Umkreis von drei Kilometern werde laut amtlicher Verfügung ein Sperrgebiet eingerichtet. Alle Geflügelbestände in diesem Radius würden in den kommenden Tagen in Augenschein genommen.

Die hochansteckende Vogelgrippe breitet sich nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) weiter mit großer Dynamik aus. Inzwischen seien 23 europäische Staaten betroffen, sagte FLI-Vizepräsident, Professor Franz Conraths, am Freitag auf der Insel Riems bei Greifswald. Zahlreiche europäische Staaten meldeten täglich neue Fälle. In Deutschland sei der gefährliche H5N8-Erreger bei Wildvögeln in 15 Bundesländern nachgewiesen worden. Etwa 40 Geflügelhaltungen seien betroffen.

Neuer Errgeger seit Mitte Dezember unter Wildvögeln

Neben dem hochansteckenden Erreger H5N8, der im November erstmals in Deutschland nachgewiesen wurde, ist inzwischen mit H5N5 ein zweiter gefährlicher Vogelgrippe-Erreger in Geflügelbeständen in Schleswig-Holstein aufgetaucht. Der H5N5-Erreger zirkuliere seit Mitte Dezember 2016 unter Wildvögeln, sagte Conraths.

Wann mit einem Abklingen der Vogelgrippe-Epidemie zu rechnen ist, können die Forscher nicht sagen. Mit dem anhaltenden Frost ist laut aktueller Risikoeinschätzung mit weiteren Vogelbewegungen zu rechnen, was eine Ausweitung der Infektionen unter Wildvögeln begünstige.