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Geldfälscher setzen häufig auf Zwanziger-Blüten

Ein LKA-Experte zeigt einen gefälschten 20-Euro-Geldschein und eine 50-Euro-Note.
Ein LKA-Experte zeigt einen gefälschten 20-Euro-Geldschein und eine 50-Euro-Note.
Jens Büttner

Sie sehen aus wie das Original – sind aber wertlos: falsche Geldscheine. Während die Polizei in einigen Bundesländern vor falschen Zwanzigern warnt, taucht in Mecklenburg-Vorpommern immer weniger Falschgeld auf. 

Der Schwindel flog erst bei der Abrechnung auf: Die Fünfzig-Euro-Note, mit der ein Kunde in einem Neubrandenburger Geschäft bezahlt hatte, entpuppte sich als schlecht gedruckter Werbezettel eines kleinen Brandenburger Theaters. Die Verkäuferin hätte den Schein eigentlich nur umdrehen müssen und der Betrug wäre sofort zu erkennen gewesen.

Doch so einfach wie in dem Neubrandenburger Fall ist es normalerweise nicht, eine Blüte zu erkennen. „Die meisten Geldfälscher arbeiten sehr professionell und konspirativ“, erklärt der Sprecher des Landeskriminalamtes, Michael Schuldt. Die Kriminellen benutzen hochwertige Materialien, greifen auch auf Bestandteile echter Banknoten zurück. Ein Falschgeldproblem existiere derzeit in MV aber nicht, betont Schuldt. Ähnlich beurteilt auch der Einzelhandel die Lage. „Wir haben keine Kenntnis, dass derzeit vermehrt Falschgeld im Umlauf ist“, sagt Tino Beig, Geschäftsführer beim Einzelhandelsverband Nord.

Nordosten eher Nebenschauplatz

Für die Banden, die die Blüten unters Volk bringen, scheint der Nordosten zurzeit eher ein Nebenschauplatz zu sein. Das belegen die aktuellen Zahlen: In MV wurden dieses Jahr deutlich weniger Blüten aus dem Verkehr gezogen als 2012. Insgesamt 277 falsche Geldnoten mit einem Wert von 10 550 Euro entdeckten Polizei, Geschäfte und Banken bis Ende November – im Vorjahreszeitraum waren es noch 454 Scheine. Der Schaden betrug damals 24 100 Euro.

Am häufigsten werden nach wie vor falsche 20-Euro-Noten gedruckt. Mit 161 Scheinen machten sie mehr als die Hälfte der Fälschungen aus. „Weil Geldscheine mit höherem Wert wahrscheinlich eher und stärker geprüft werden“, erklärt LKA-Sprecher Schuldt die dahinter stehende Taktik der Kriminellen. Gefälschte Zwanziger sind derzeit vermehrt in Berlin und Niedersachsen im Umlauf. Der Nordosten scheint wegen seiner geringeren Kaufkraft für die Fälscherbanden dagegen eher weniger attraktiv zu sein. Die Polizei rät dennoch, Bargeld aufmerksam zu prüfen – nach dem einfachen Prinzip „Fühlen, sehen, kippen“.