Die MV-Werften befinden sich weiterhin in wirtschaftlich schwierigem Fahrwasser.
Die MV-Werften befinden sich weiterhin in wirtschaftlich schwierigem Fahrwasser. Stefan Sauer
MV-Werften

Genting-Konzern und MV-Regierung streiten vor Gericht um Millionen

Der Konzern aus Malaysia, dem die MV Werften gehören, will die MV-Landesregierung im Eilverfahren dazu zwingen, einen Millionenbetrag zu zahlen. Ein juristisches Tauziehen hat begonnen.
Schwerin

Ein juristisches Tauziehen zwischen dem malaysischen Genting-Konzern und der MV-Landesregierung um ein Millionen-Darlehen hat sich am Vortag von Silvester binnen weniger Stunden zu einem echten Wirtschaftskrimi entwickelt. Eigentlich beteuern Landesregierung, Bundesregierung und der Genting-Konzern, derzeit in intensiven Verhandlungen um eine Lösung dafür zu ringen, dass die wieder einmal kriselnden MV Werften nicht im Corona-Strudel untergehen. Mehrere tausend Jobs in Wismar, Rostock und Stralsund stehen auf dem Spiel.

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Diese Verhandlungen über eine weitere Millionen-Bürgschaft von Bund und Land waren zuletzt aber ins Stocken geraten – auch über Weihnachten gab es keine wirkliche Einigung. Offiziell hieß es von allen Beteiligten nur, dass weiter verhandelt werde.

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Am Donnerstag gab die MV-Landesregierung nun um 17.45 Uhr bekannt, dass man sich mit Genting auch vor Gericht getroffen hat. Der Konzern wollte die Landesregierung demnach per einstweiliger Verfügung zur sofortigen Auszahlung eines Darlehens in Höhe von 78 Millionen Euro bringen – und errang zunächst einen Teilerfolg: Das Landgericht Schwerin beschloss laut Wirtschaftsministerium, dass die Landesregierung unverzüglich eine Teilsumme von 6,3 Millionen Dollar (5,6 Millionen Euro) auszahlen müsse. Keine zwei Stunden später allerdings die Kehrtwende: Wie die Landesregierung abermals mitteilte, habe das Gericht seine eigene Entscheidung kurze Zeit später revidiert. Nach Nordkurier-Informationen soll nun erst am 11. Januar 2021 mündlich über den Antrag verhandelt werden.

Das MV-Wirtschaftsministerium erklärte, man sei weiterhin bemüht, eine Verhandlungslösung im Sinne der Beschäftigten und der Zukunft der MV Werften zu erreichen. Weiter hieß es: „Aus diesem Grund ist die Landesregierung über das Vorgehen von Genting Hongkon irritiert.” Dennoch stehe eine Verhandlungslösung, über die auch in den kommenden Tagen weiter verhandelt werde, nach wie vor im Vordergrund, so die Landesregierung weiter.

Hinweis: Dieser Artikel wurde im Laufe des Abends mehrfach aktualisiert.

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