Zu Unrecht abgeschoben

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Gericht lehnt Asylantrag von Nasibullah S. aus Neubrandenburg ab

Der Asylantrag von Nasibullah S. wurde abgelehnt (Archivbild).
Der Asylantrag von Nasibullah S. wurde abgelehnt (Archivbild).
Stefan Sauer

Das Gericht in Greifswald hat den Asylantrag des unrechtmäßig aus Neubrandenburg abgeschobenen afghanischen Flüchtlings Nasibullah S. abgelehnt. Der Rechtsstreit scheint aber noch nicht vorbei.

Die Klage des im Juli unrechtmäßig aus Neubrandenburg abgeschobenen afghanischen Flüchtlings Nasibullah S. gegen seinen abgelehnten Asylantrag ist abgelehnt worden. „Die Klage ist vollumfänglich abgewiesen worden”, bestätigte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Greifswald am Mittwoch.

Wie der Gerichtssprecher weiter erklärte, kann Nasibullah S. nun Rechtsmittel beim Oberverwaltungsgericht Greifswald einlegen. Details zur Ablehnung wollte er nicht nennen.

Die Anwältin des 20-jährigen Afghanen, die SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen, sagte dem NDR und der „Süddeutsche Zeitung”, dass sie in jedem Fall Rechtsmittel einlegen werde. Sie sehe für die Berufungsbeschwerde gute Erfolgsaussichten.

Bundesweite Aufmerksamkeit

Der Fall Nasibullah S. hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Er war früheren Angaben zufolge im November 2015 nach Deutschland gekommen. Im Februar 2017 lehnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) seinen Asylantrag ab, wogegen er Klage einreichte. Doch bevor diese verhandelt werden konnte, wurde er in diesem Juli mit 68 weiteren Afghanen nach Kabul abgeschoben.

Als der Fehler bekannt wurde, holte ihn das Auswärtige Amt zurück. Bei der mündlichen Verhandlung Anfang September hatte Nasibullah S. ausgesagt, dass er der Zusammenarbeit mit der Regierung beschuldigt werde, auch solle er Geheimdienstmitarbeiter sein. Das stimme nicht, er habe jedoch Freunde gehabt, die als Polizisten arbeiteten und die er häufig besuchte.

2015 sei er von vier Männern persönlich bedroht worden. Kurz darauf seien drei von ihnen bei einem Feuergefecht mit Regierungstruppen ums Leben gekommen, der vierte geflohen. Seither lasteten die Taliban ihm den Tod der Männer an und hätten ihn schriftlich bedroht. Als sein Vater ermordet worden sei, habe er das Land verlassen, berichtete er. Notizblock