Linke fordert Fachkräfte-Studie

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Gesundheitswesen krankt an unbesetzten Stellen

Vor allem in Pflegeberufen fehlt es an Personal.
Vor allem in Pflegeberufen fehlt es an Personal.
Daniel Bockwoldt

Mehr als 1000 Stellen in Gesundheitsberufen sind in MV nicht besetzt, obwohl es fast doppelt so viele Arbeitslose aus der Branche gibt. Wie kann das sein?

Die Zahl der unbesetzten Stellen im Gesundheitswesen hat sich nach Angaben der Linksfraktion im Schweriner Landtag seit 2010 fast verdoppelt. Wie der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Torsten Koplin, am Freitag mitteilte, wuchs die Zahl von 602 freien Arbeitsplätzen auf 1102 im vorigen Jahr. Dabei sei die Zahl der Arbeitslosen im Gesundheitsbereich im gleichen Zeitraum um 773 gesunken.

Trotz der offenen Stellen gebe es pro Jahr immer noch mehr als 2000 Arbeitslose mit Gesundheitsberufen. Gründe seien eine fehlende Qualifikation, gesundheitliche Probleme oder mangelnde Eignung. Die meisten unbesetzten Arbeitsstellen meldeten der Landesregierung zufolge die Bereiche Altenpflege, Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe sowie Berufe in der Physiotherapie.

Koplin fordert die Landesregierung auf, eine Studie über den Fachkräftebedarf in den Gesundheitsberufen bis 2030 erstellen zu lassen, um einem Mangel vorzubeugen. Derzeit fehle eine Übersicht über die betrieblichen und außerbetrieblichen Ausbildungsplätze in den Gesundheitsberufen – bis auf die Arzt- und Praxishilfen sowie die Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik. Die Anzahl der Absolventen liege seit drei Jahren unter der Zahl von 2000 und sei gegenüber den Jahren davor um 300 gesunken.