Mangel an Lehrern

Gewerkschaft fordert 500 zusätzliche Lehrer und mehr Geld

Die Lehrergewerkschaft ist mit den Arbeitsbedingungen nicht zufrieden. So sei es schwer, im Konkurrenzkampf mit anderen Bundesländern zu bestehen, heißt es.

Die Lehrergewerkschaft GEW hat 500 zusätzliche Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern sowie eine bessere Bezahlung der Pädagogen an den Grundschulen gefordert. Ein bereits bestehender Lehrermangel, ständig zunehmende Aufgaben und eine hohe Unterrichtsverpflichtung führten in der Praxis regelmäßig zu Überstunden, beklagte die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner am Montag in Schwerin.

Andere Bundesländer böten bessere Bedingungen. Dort würden zum Beispiel zusätzlich übernommene Aufgaben in größerem Umfang auf die Unterrichtsverpflichtung angerechnet. Eine Bezahlung von Grundschullehrern auf Niveau ihrer Kollegen an weiterführenden Schulen gebe es in Brandenburg und Berlin. In MV liegen sie laut Lindner eine Einkommensgruppe niedriger.

In Landtag und Regierung laufen Gespräche zu dem Thema. Die bildungspolitischen Sprecher von SPD und CDU, Andreas Butzki und Marc Reinhardt, haben sich bereits öffentlich für höhere Einkommen der Grundschullehrer ausgesprochen. Lindner sagte, sie hoffe auf die Höhergruppierung bis 2021. „Es muss ein Ende haben, dass die Bezahlung der Lehrer von der Größe der Schüler abhängig ist.”

GEW beziffert Kosten auf 400 Millionen Euro

Weitere Forderungen der GEW betreffen eine Reduzierung der wöchentlich zu leistenden Unterrichtsstunden von 27 auf 25 sowie zusätzliche Lehrerstellen, um einen Puffer bei Erkrankungen zu haben. Nach Lindners Worten fällt etwa jede zehnte Unterrichtsstunde im Land zur Vertretung an, oft, weil der Lehrer oder die Lehrerin krank geworden ist.

Zwar fielen letztlich nur zwei Prozent aller Stunden aus, doch viele würden vertreten, indem zwei Klassen zusammengelegt werden. Guter Unterricht sei so nicht möglich, sagte Lindner. Mehr Schulsozialarbeiter und -psychologen sind aus Sicht der Gewerkschaft auch nötig. Alle Forderungen der GEW zusammen würden laut Lindner 320 Millionen Euro pro Jahre mehr kosten.

Auch in den Kindertagesstätten will die GEW in diesem Jahr für Qualitätsverbesserungen trommeln. Die Gruppen müssten kleiner und die Fachkräfte besser bezahlt werden, forderte Lindner. Um die Wünsche der GEW in diesem Bereich zu erfüllen, sind nach ihren Worten 80 Millionen Euro extra nötig. Demnach wird in MV mit 6566 Euro bundesweit am wenigsten je Kita-Platz ausgegeben. In Sachsen-Anhalt und Sachsen seien es jeweils mehr als 7900 Euro, in Schleswig-Holstein 8882 Euro.

dpa

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