Gute Auftragslage
Gewerkschaft fordert weniger Leiharbeit auf Werften

Angesichts der guten Auftragslage für die Werften in Mecklenburg-Vorpommern hat die IG Metall Küste von den Geschäftsführungen mehr Stammbeschäftigung und weniger Leiharbeit verlangt.
Angesichts der guten Auftragslage für die Werften in Mecklenburg-Vorpommern hat die IG Metall Küste von den Geschäftsführungen mehr Stammbeschäftigung und weniger Leiharbeit verlangt.
Jens Büttner

Die Zahl der Leiharbeiter auf Werften im Nordosten steigt. Das will die IG Metall Küste nicht mehr hinnehmen und verlangt einen Ausbau der Stammbelegschaft.

Angesichts der guten Auftragslage für die Werften in Mecklenburg-Vorpommern hat die IG Metall Küste von den Geschäftsführungen mehr Stammbeschäftigung und weniger Leiharbeit verlangt. „Viele Unternehmen vergeben Kernaufgaben zu oft deutlich schlechteren Bedingungen. Das ist schlecht für die Beschäftigten und die Werften. Da werden wir weiter gegenhalten”, sagte IG-Metall-Chef Meinhard Geiken nach einem Treffen zwischen 30 Betriebsräten von Werften und Zulieferfirmen mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in Rostock.

Für Arbeitnehmer bedeute Leiharbeit, „nicht zu wissen, wie viel verdiene ich, wie komme ich über den Monat. Das ist der falsche Weg”, sagte Geiken. Rund zwölf Prozent der Angestellten auf allen Werften seien Leiharbeiter – mit steigender Tendenz. Seine Gewerkschaft erwarte zudem von der Bundesregierung, dass bei Werksverträgen die Mitbestimmung von Betriebsräten ausgeweitet werde. Bislang wüssten die Arbeitnehmervertreter nicht, zu welchen Konditionen Fremdarbeiter kurzfristig eingestellt werden.

Manuela Schwesig will Werften-Standorte sichern

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte, ihr Ziel sei es, die Werften-Standorte zu sichern und „dass wir gute Arbeitsplätze mit guten Löhnen haben, wovon die Leute auch leben können”. Dafür setze sie auf die gute Zusammenarbeit mit Betriebsräten und Gewerkschaften.

Laut einer Anfang September veröffentlichten Umfrage der IG Metall Küste ist die Zahl der Beschäftigten auf den Werften im Norden gestiegen. Am größten sei der Zuwachs in Mecklenburg-Vorpommern mit 1137 neuen Werftarbeitern – ein Anstieg von 52 Prozent gegenüber 2017. Die günstige Entwicklung könnte anhalten, sagte Geiken, denn sämtliche Werften im Nordosten suchen weitere Mitarbeiter.