Von angeblichen Verwandten in Not werden vor allem ältere Menschen am Telefon unter Druck gesetzt.
Von angeblichen Verwandten in Not werden vor allem ältere Menschen am Telefon unter Druck gesetzt. HighwayStarz
Falscher Geldbote

Gewinnspiel-Betrüger in MV aufgeflogen

Ein Gewinnspiel, angeblich Tausende Euro und ein ominöser Bote – mit dieser Masche haben sich Betrüger im Kreis Rostock viel Mühe gegeben. Am Ende wurde das Opfer misstrauisch.
Güstrow

Einer Familie aus Satow im Kreis Rostock sollte ein Gewinn von fast 40 000 Euro winken. Das Versprechen entpuppte sich als Betrugsversuch, bevor es zu spät war. Doch in anderen Fällen der vergangenen Tage wurden wieder mehrere Menschen im Nordosten um ihr Geld gebracht.

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Google-Pay-Karten für den Geldboten

Misstrauisch wurde die Familie, als die angeblichen Gewinnspiel-Betreiber am Telefon eine Bezahlung für den Geldboten forderten. Dieser erhalte 500 Euro – ausgezahlt in Prepaid-Karten der Firma Google. Man gab sogar noch Tipps, wo in der Nähe, diese zu kaufen sind. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass sich die Täter in der Umgebung auskannten. Auch ungewöhnlich: Die Betrüger ließen sich viel Zeit, es erfolgten über drei Tage hinweg mehrere Anrufe bei den Opfern, um die Geldübergabe abzusprechen. Als sie am dritten Tag dann doch ungeduldig wurden, rief der Mann die Polizei.

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Betrüger zuletzt mehrfach erfolgreich

Bereits in der vergangenen Woche sei aber ein 85 jähriger Mann in Güstrow auf die Verkehrsunfallmasche hereingefallen und übergab an die Betrüger 13.000 Euro, berichtet die örtliche Polizei. Die Lüge dahinter beschreiben die Beamten so: Seine Tochter hätte einen Unfall gehabt und sein Enkel sei schwer verletzt worden. Um sie aus dem Gewahrsam zu holen müsse der Mann eine Kaution bezahlen. Die zunächst geforderte Summe konnte er nicht aufbringen und so täuschte der vermeintliche Polizist am Telefon vor, mit einem Strafverteidiger zu sprechen und die Kautionshöhe herunterzuhandeln. Dazu müsse er wissen, wieviel Geld er bezahlen könne und es ist ganz wichtig, dass er in der Leitung bleibe, nicht auflegt und mit niemandem spricht. Der Mann hielt sich dran und bekam wenig später die Info, dass sich ein Kurier zu ihm auf den Weg macht. So kam es zur Übergabe des Geldes. Am kommenden Tag wollte er nun die Unterlagen beim Gericht abholen. Den Mitarbeitern kam der Sachverhalt komisch vor und sie informierten die Polizei.

Neue Masche per Whatsapp

Am Montag wurde ein weiterer Fall bekannt, bei dem Betrüger mit einer vergleichsweise neuen Masche an Geld kamen. Erbeutet wurden laut Polizei über 9.000 Euro. Das Opfer erhielt von einer ihr unbekannten Nummer eine WhatsApp, in der der Betrüger sich als Tochter ausgab. Das Handy sei defekt und nun habe sie, solange das Handy in der Reparatur ist, eine neue Nummer.

Jedoch müssten noch wichtige Überweisungen gemacht werden und ob die Mutter helfen könne. Im guten Glauben bezahlte die Frau mehrere Forderungen.

 

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