MECKLENBURG-VORPOMMERN

Gezerre um Lotto-Chefposten geht weiter

Finanzminister Meyer soll dem Lotto-Aufsichtsrat empfohlen haben, seine Entscheidung im Rennen um den Geschäftsführerposten der Gesellschaft aufzuheben. Kommt jetzt doch Schwesigs Protokollchefin zum Zuge?
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Lotto (Symbolbild)
Lotto (Symbolbild) Fredrik von Erichsen
Schwerin.

Wer gedacht hatte, das politische Gezerre um den hoch dotierten Geschäftsführerposten der Lotto-Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern sei vorbei, sieht sich getäuscht: Nachdem sich der Aufsichtsrat jüngst für den bisherigen Leiter des Finanzamtes Rostock, Ait Stapelfeld, und gegen die Protokollchefin in der Staatskanzlei von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) entschieden hat, wird jetzt neu gewürfelt.

Nach Informationen des Nordkuriers hat Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) eine rechtliche Prüfung eingeleitet und dem Aufsichtsrat empfohlen, seine Entscheidung aufzuheben. Meyer gilt als enger Vertrauter Schwesigs und war zuvor Chef der Staatskanzlei. Das Votum des Aufsichtsrates war von Beobachtern in Schwerin als Signal gegen Schwesig gewertet worden. Die Regierungschefin steht seit längerem wegen ihrer Personalpolitik in der Kritik.

„Rechtlich nicht sauber und nicht gerichtsfest”

Die Prüfung durch das Finanzministerium habe ergeben, dass das Votum des Aufsichtsrates „rechtlich nicht sauber und nicht gerichtsfest” sei, hieß es. Eine Klage eines Konkurrenten könnte so gute Aussichten auf Erfolg haben. Grund: Die unterlegene Protokollchefin hätte auf Grund ihres höheren Beamtenstatus mehr Punkte im Auswahlverfahren erhalten müssen. Die beiden Bewerber sollen sich nur durch wenige Punkte unterschieden haben.

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