GROßE VORKOMMEN IN DER OSTSEE

Giftige Blaualgen könnten Küste von MV erreichen

Aus der Luft sind in der Ostsee derzeit große Algenteppiche zu sehen, bei denen es sich wohl um Blaualgen handelt. Bei entsprechendem Wind könnten sie bis zur deutschen Küste vordringen.
Christine Gerhard Christine Gerhard
dpa
Blaualgenteppiche schwammen auch 2013 vor der Sundpromenade von Stralsund an der Ostseeküste. Sie treten vor allem in den Som
Blaualgenteppiche schwammen auch 2013 vor der Sundpromenade von Stralsund. Sie treten vor allem in den Sommermonaten bei hohen Wassertemperaturen auf. Stefan Sauer/Archiv
Schwerin.

Sehr große Algenvorkommen in der zentralen Ostsee vor den Küsten Dänemarks und Schwedens drohen bei entsprechenden Witterungsbedingungen auch die deutschen Strände zu erreichen. Nach Erkenntnissen des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie handelt es sich bei den auf Satelliten- und Luftbildern entdeckten Algenteppichen mit hoher Wahrscheinlichkeit um typische Blaualgen, die in abgeschwächter Form bereits in der westlichen Ostsee zwischen der Kieler und der Pommerschen Bucht auftreten.

Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern Cyanobakterien. Alle drei identifizierten Gattungen sind laut Umweltministerium potenziell giftig und können Hautreizungen hervorrufen. Zudem kann es das Schlucken von blaualgenbelastetem Wasser zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen.

Sauerstoffmangel verstärkt die Algenblüte

In der zentralen Ostsee bilden Blaualgen bei sommerlichen Wassertemperaturen ab 18 Grad Massenvorkommen, die sich bei ruhiger Wetterlage an der Wasseroberfläche anreichern können. Nährstoffe wie Phosphor, die aus den Bodenablagerungen in den tieferen Ostseebecken wieder freigesetzt werden, begünstigen die Algenentwicklung. Der Sauerstoffmangel in weiten Teilen der zentralen Ostsee verstärkt das Problem.

Bei auflandigen nördlichen bis östlichen Winden besteht laut Umweltministerium die Gefahr, dass die Blaualgenblüte auch die deutschen Küsten und Häfen erreicht und durch Fäulnis und absterbendes Pflanzenmaterial verschmutzt. Ob die Blaualgen an die Strände Mecklenburg-Vorpommerns vordringt, hänge von der Entwicklung der Witterungsverhältnisse in den kommenden Wochen ab.

zur Homepage