Ärztemangel

:

MV will Nachwuchsmediziner mit Stipendien anlocken

Dorf und Arzt, wie hier in Bayern, passt im Nordosten häufig nicht mehr zusammen - 125 Landarztpraxis verwaisen.
Dorf und Arzt, wie hier in Bayern, passt im Nordosten häufig nicht mehr zusammen – 125 Landarztpraxis verwaisen.
Armin Weigel

Im Nordosten herrscht Ärztemangel, Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) will „neue Wege gehen”. Der Opposition gehen die Pläne nicht weit genug.

Mehr Alte, mehr schwere Krankheiten, mehr Krankenhausaufenthalte und dazu eine voraussichtlich noch dünner werdende Besiedlung – Mecklenburg-Vorpommern steht im Gesundheitswesen vor großen Herausforderungen. Das wurde in der Aktuellen Stunde zum Beginn der Landtagssitzung am Mittwoch in Schwerin deutlich. „Wir müssen neue Wege gehen“, stellte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) in der von seiner eigenen Fraktion beantragten Debatte fest.

Glawe verwies auf Erfolge: In der ambulanten Versorgung Mecklenburg-Vorpommerns gebe es derzeit rund 1100 Hausärzte und knapp 2000 Fachärzte, auch dank der Zuschüsse bei einer Praxisgründung. Aber 125 Praxen seien unbesetzt. Es sei nicht einfach, junge Mediziner für eine Landarztpraxis abseits der großen Städte zu interessieren. Engpässe gibt es demnach auch im öffentlichen Gesundheitsdienst – mangels adäquater Bezahlung will kaum jemand Amtsarzt werden.

300 Euro im Monat für Nachwuchsmediziner

Künftig soll ein Stipendienprogramm des Landes helfen, die Lage zu verbessern. Monatlich 300 Euro sollen Medizinstudenten bekommen, die sich für eine spätere Arbeit als Mediziner im Nordosten entscheiden. Nach Berechnungen des Gesundheitspolitikers der Linken, Torsten Koplin, wird das dafür eingeplante Geld jedoch nur für einen Tropfen auf den heißen Stein reichen. Für 2018 sind 50.000 Euro im Haushaltsentwurf der Landesregierung vorgesehen. „Das reicht nur für 14 Stipendien“, sagte Koplin. 2019 sollen dann 100.000 Euro zur Verfügung stehen. Wie jüngst bekannt wurde, hat der Ärztemangel die Zahl der ausländischen Ärzte in MV ansteigen lassen.

Glawe gab zudem eine Bestandsgarantie für die 37 Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern ab. „Wir haben nicht die Absicht, Krankenhäuser zu schließen“, sagte er. Im Umkreis von 50 Kilometern müsse es eine Klinik geben.