CORONA-KRISE

Glawes sanfter Einstieg in den Tagestourismus

Eines ist in der Corona-Krise deutlich geworden: Das Virus wird nicht schnell verschwinden, sondern Teil des Alltags bleiben. Die MV-Landesregierung wagt einen Ausblick in die kommenden Monate.
Ein gefragter Mann in diesen Wochen: Harry Glawe (CDU), Wirtschafts-, Gesundheits- und Tourismusminister in MV. In seiner Brus
Ein gefragter Mann in diesen Wochen: Harry Glawe (CDU), Wirtschafts-, Gesundheits- und Tourismusminister in MV. In seiner Brust schlagen oftmals mehrere Herzen. Jens Büttner
Schwerin.

Die Kabinettsklausur war am Dienstag hochkarätig besetzt. Nicht nur Minister, auch Vertreter aus Kommunen und Städten sowie von Gewerkschaften, Wirtschaftsverbänden und der Wohlfahrt saßen mit am Tisch, um das aktuelle Infektionsgeschehen aber auch die mittelfristige Entwicklung abzuklopfen.

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Gerade Lebensbereiche, die aktuell noch nicht von Lockerungen und Öffnungen profitieren, soll eine Perspektive gegeben werden, so der Tenor in der großen Runde. Das heißt konkret: Über Erleichterungen bei der Pflicht zur Nutzung einer Mund-Nasen-Bedeckung im Einzelhandel, Konzepte für die Öffnung von Herbst-, Weihnachts- und ähnlichen Märkten, Ideen für die schrittweise Öffnung von Diskotheken und Clubs sowie Öffnungsschritte beim Tagestourismus soll bis zum 14. Juli weiter beraten werden.

Vor allem der Bereich des Tagestourismus ist für ein Urlaubsland wie Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Gleichzeitig birgt das schnelle Ein- und Ausreisen in der Corona-Krise auch nicht kalkulierbare Risiken, wie Gesundheits- und Tourismusminister Harry Glawe klar stellte. Es sei eben fast unmöglich, Infektionsketten bei Tagestouristen nachzuvollziehen. Deshalb sei ab 10. Juli lediglich ein „sanfter Einstieg in den Tagestourismus in Form von Busreisen“ zugelassen worden. Denn die Gäste in den Bussen seien registriert und so könne dokumentiert werden, wenn ein Infektionsfall auftauchen würde, begründete Glawe die Marschroute der Landesregierung.

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Gleichzeitig weiß der CDU-Politiker, der auch Wirtschaftsminister ist, natürlich, dass der Tourismusbranche durch die fehlenden beziehungsweise nur eingeschränkt einreisenden Tagesgäste massive Einnahmeverluste das Geschäft verhageln. „Doch wir sehen in anderen Bundesländern, dass sich bereits eine zweite Welle in Bewegung setzt. Deshalb müssen wir mit Augenmaß und Verantwortungsgefühl handeln“, erläuterte Glawe.

Umfangreiche Testungen bei Lehrern und Erziehern

Wie sensibel das Thema Tagestouristen ist, verdeutlichte auch das Statement von Torsten Haasch im Anschluss an die Kabinettsklausur. „Es ist derzeit eine Kompromiss-Lösung“, gab sich der Chef der Industrie- und Handelskammer für Neubrandenburg und östliche Vorpommern offiziell zurückhaltend. Doch war dem Kammer-Chef durchaus anzusehen, dass er aus Wirtschaftssicht gerne ein wenig mehr Tagestourismus schon jetzt gehabt hätte. Haasch und seine Mitstreiter hoffen nun, dass sich vielleicht Mitte Juli weitere Öffnungen ergeben könnten.

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Ein Mosaiksteinchen, um das Infektionsgeschehen in Mecklenburg-Vorpommern weiter äußerst gering zu halten, sollen auch umfassende Testungen sein. So erhalten Lehrer und Erzieher von der letzten Ferienwoche an bis in den Herbst hinein die Möglichkeit, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Zudem soll es Modellverfahren geben, bei denen jeweils Schüler und Lehrer einer Schule getestet werden, um Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen ziehen zu können. Somit soll ein möglichst geregelter Ablauf in Schulen und Kitas gewährleistet werden.

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