POLIZEI WARNT

Goldrausch der Trickbetrüger in MV setzt sich fort

Die Täter lassen nicht locker und erbeuten hohe Summen von ihren Opfern in MV. Allerdings steigt auch die Wachsamkeit bei den Menschen. Bei den Betrugsmaschen gibt es wieder neue Trends.
Der Schaden pro geglücktem Betrug in MV beläuft sich laut Polizei im Durchschnitt auf knapp 13.200 Euro.
Der Schaden pro geglücktem Betrug in MV beläuft sich laut Polizei im Durchschnitt auf knapp 13.200 Euro. HighwayStarz
Neubrandenburg ·

Die Corona-Krise erweist sich weiter als Goldgrube für Trickbetrüger. Wie das Landeskriminalamt (LKA) in Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, belaufe sich der Gesamtschaden der angezeigten Taten bei rund 880.000 Euro und liege damit über dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitraums.

Der Schaden pro geglücktem Betrug belaufe sich im Durchschnitt auf knapp 13.200 Euro. Trotzdem scheinen die vielen Warnungen nicht ganz erfolglos zu sein: Nur in etwa jeder zehnten der angezeigten Straftaten seien die Gauner zum Ziel gekommen. Laut LKA wurden im ersten Quartal 2021 insgesamt 794 Trickstraftaten und damit 96 Fälle mehr als im Vorjahr bekannt.

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Enkeltrick beliebteste Masche

Die beliebteste Masche der Betrüger ist demnach weiter der „Enkeltrick”, bei dem ein Verwandtschafts- oder Bekanntschaftsverhältnis vorgetäuscht wird. Hier glückten aber nur noch fünf von 272 Anläufen. Erst in dieser Woche hatte eine 80 Jahre alte Frau aus Ribnitz-Damgarten 13.000 Euro an Trickbetrüger verloren. Eine Anruferin habe vorgegeben, die Enkelin der 80-Jährigen zu sein und 23.000 Euro für einen schnellen Hauskauf mit günstigem Rabatt zu benötigen. Die Seniorin übergab schließlich 13.000 Euro an einem unbekannten Boten.

Als besser für die Täter haben sich laut Polizei in den ersten drei Monaten trotz weniger Versuchen das Vortäuschen von Amtspersonen mit elf vollendeten Taten sowie das Versprechen von Gewinnen aus diversen Spielen erwiesen. Hier gelangten landesweit die Betrüger in 15 Fällen an Ziel. Die verschiedenen Tricks würden auch kombiniert.

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Bei den sogenannten „falschen Gewinnspielversprechen” werden die Geschädigten von unbekannten Tätern angerufen oder auch angeschrieben und erhalten die Nachricht, hohe Geldsummen gewonnen zu haben. Vor der Gewinnübergabe werden dann die angeblichen Gewinner dazu aufgefordert, eine Gegenleistung für Transportkosten, Rechtsanwalts-, Notar- oder Bearbeitungsgebühren zu erbringen. Hier wechseln die Täter laut Polizei regelmäßig ihre Tricks, um an das Geld ihrer Opfer zu gelangen.

Prepaid-Karten für Online-Käufe

Im laufenden Jahr wurden demnach die Geschädigten am häufigsten dazu aufgefordert, Prepaid-Karten für Online-Käufe, wie zum Beispiel Google Play, zu erwerben. Die PIN-Nummer der Karten werde dann von den Betrügern unter einem Vorwand erfragt. Daneben seien die Geschädigten in 31 Fällen gebeten worden, die Gebühr für ihren Gewinn in bar zu bezahlen oder per Bargeldtransfer zu überweisen.

Auch die Corona-Pandemie werde weiterhin von den Tätern genutzt, um an Geld oder Wertsachen zu gelangen. So seien Fälle angezeigt worden, in denen angebliche Ärzte am Telefon einen schweren Corona-Verlauf in der Verwandtschaft/Bekanntschaft vortäuschten. Die Geschädigten wurden dann aufgefordert, Geld für Medikamente und medizinische Betreuung zu überweisen.

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In einem Fall wurde den LKA-Angaben zufolge durch einen angeblichen Bankmitarbeiter die Herausgabe der TAN gefordert, da aufgrund der Pandemielage die Förderung der Digitalisierung vorangebracht werden solle. Dieses Vorgehen führte zu einem Schaden in Höhe von etwa 32.000 Euro.

Die Polizei empfiehlt zum Schutz vor Trickstraftaten misstrauisch zu bleiben, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt. Zudem sollte im Zweifel immer die Vergewisserung erfolgen, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist. Werde am Telefon Geld gefordert, sollte der Hörer aufgelegt werden. Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen sollten nicht preisgegeben werden.

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