14 WOCHEN ALTER WELPE

Greifswalds Uni-Dackel hat jetzt einen Stammeshalter

Nachwuchs beim kuriosesten Angestellten der Greifswalder Uni: Der Dackel des Uni-Försters hat einen Nachfolger gezeugt. Die Uni nennt den Welpen ihren „jüngsten Azubi”. Adlig ist er obendrein.
Gabriel Kords Gabriel Kords
Uni-Förster Wolfgang von Diest und seine beiden Dackel Seppel (l.) und Caspar.
Uni-Förster Wolfgang von Diest und seine beiden Dackel Seppel (l.) und Caspar. Till Junker / Magnus Schult (Uni Greifswald)
Einfach zum Knuddeln: An der Universität löst der Dackelwelpe akuten Streichel-Alarm aus.
Einfach zum Knuddeln: An der Universität löst der Dackelwelpe akuten Streichel-Alarm aus. Till Junker
14 Monate ist Caspar vom Landgraben jetzt alt.
14 Monate ist Caspar vom Landgraben jetzt alt. Magnus Schult
Greifswald.

Erst Quax, dann Seppel und nun Caspar, beziehungsweise „Caspar vom kleinen Landgraben”, so der volle Name des 14 Wochen alten Rauhhaardackels: An der Universität Greifswald geht die Tradition des Uni-Dackels in die dritte Generation.

Das Tier - Rufname Cuno - gehört Universitätsförster Wolfgang von Diest und ist, genau wie das Herrchen, ein echtes Kuriosum. Denn natürlich hat nicht jede Universität einen eigenen Förster und schon gar keinen eigenen Dackel, die Greifswald-Universität aber schon. Ursache sind die großzügigen Waldgebiete, die die Hochschule besitzt und die natürlich betreut und bewirtschaftet werden müssen – darum der Förster. Und eben auch der Dackel.

Dackel steht nicht mehr im Haushaltsplan

Echte amtliche Diensthunde sind die Tiere zwar seit einigen Jahren nicht mehr, klärt Förster von Diest auf: „Anfangs habe ich für die Haltung der Tiere eine Aufwandsentschädigung bekommen, aber im Laufe der Jahre ist die aus dem Haushaltsplan verschwunden.” Ohnehin erledige er die Erziehung des 14 Wochen alten Welpen in seiner Freizeit: „Leider findet der größte Teil meiner Tätigkeit, zu der inzwischen auch die Liegenschaftsverwaltung der Universität gehört, am Schreibtisch statt”, sagt von Diest.

In den Uni-Wäldern ist er trotzdem noch regelmäßig unterwegs – unter anderem als Jagdausübungsberechtiger der Universität. Und hier liege auch das Haupteinsatzgebiet der Dackel, erklärt er: „Die Tiere leisten ihren Beitrag zur Nachsuche nach verletzten oder angeschossenen Wildtieren.” Letzteres komme mitunter bei der Jagd vor, ersteres sei beispielsweise nach Verkehrsunfällen der Fall.

Waldbesitz geht auf das Jahr 1634 zurück

Wobei diese Arbeit in den kommenden Monaten noch allein von Dackel-Vater Seppel zu leisten sein dürfte, denn Welpe Caspar steht natürlich noch ganz am Beginn seiner Ausbildung. Großvater Quax von der Sternhelle hat seinen Enkel allerdings nicht mehr erleben können: Er starb 2016 nach einem erfüllten Dackelleben, das im Jahr 2001 begonnen hatte.

Wolfgang von Diest ist wiederum bereits seit 1998 für die rund 3000 Hektar großen Wälder der Universität und weitere 5900 Hektar Land zuständig. Deren Existenz geht zurück auf eine Schenkung des Pommern-Fürsten Bogislaw XVI., der 1634 finanziell so schlecht dastand, dass er die Gehälter der Professoren nicht bezahlen konnte und ihnen stattdessen große Ländereien schenkte. Der Landbesitz der Greifswalder Universität ist ein bundesweit in der Größenordnung einmaliges Konstrukt. 

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