LASER-ATTACKE

Greifswalder nach G20-Gipfel weiter in Haft

Mit einem Lasergerät soll ein Mann aus Greifswald bei den Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg die Besatzung eines Polizeihubschraubers geblendet haben.
dpa
Der Pilot in einem Polizeihubschrauber wurde durch den Laser-Strahl geblendet. Daniel Reinhardt
Hamburg/Schwerin.

Nach den schweren Krawallen beim G20-Gipfel bleibt ein 27-jähriger Mann aus Greifswald wegen Fluchtgefahr weiter in Haft. Der Beschuldigte soll am Abend des 6. Juli aus einem Fenster einer Dachgeschosswohnung mit einem Lasergerät die Besatzung eines Polizeihubschraubers geblendet haben. "Der Beschuldigte ist der gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit einem gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr dringend verdächtig", teilte das Hanseatische Oberlandesgericht am Montag in Hamburg mit.

Begründung des Gerichts

Ein dringender Tatverdacht wegen versuchten Mordes bestehe jedoch nicht mehr. "Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen gibt es keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte einen Absturz des Hubschraubers und damit den Tod der Besatzung und Dritter billigend in Kauf genommen hat", hieß es. Zwar war sei sich der Beschuldigte hochwahrscheinlich bewusst gewesen, dass eine Blendung die Sehkraft des Piloten und damit die Sicherheit des Hubschraubers gefährden würde. "Das Wissen um die potentiell denkbare Folge eines Absturzes reicht allein jedoch nicht aus, um einen Tötungsvorsatz anzunehmen", betonte das Gericht.

Noch 36 Männer in U-Haft

"Aus den Umständen müsste sich darüber hinaus ergeben, dass der Beschuldigte eine Tötung von Menschen zumindest billigend in Kauf genommen hat", hieß es weiter. Darauf deuteten die Tatumstände nach der derzeitigen Indizienlage aber nicht hin. "Sie legen es nach Auffassung der Kammer vielmehr nahe, dass der Beschuldigte einen Absturz des Hubschraubers für unwahrscheinlich hielt und deshalb eine so weitreichende Folge seiner Attacke auch nicht billigte." Hinweise auf einen Bezug des Beschuldigten zur militanten linksextremistischen Szene und ein entsprechendes, die Tötung von Menschen billigendes Motiv des Angeklagten gebe es derzeit nicht.

Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels sitzen nach Angaben des Gerichtssprechers von Montag noch 36 überwiegend junge Männer in Untersuchungshaft. 14 weitere Personen wurden in der Zwischenzeit entlassen, die Ermittlungen laufen jedoch weiter. Eine weitere Person wurde von Anfang an gegen Auflagen vom Vollzug des Haftbefehls verschont.

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