Abstimmung

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Greifswalder Studenten stimmen mehrheitlich gegen Arndt

Die Universität Greifswald trägt den Namen "Ernst Moritz Arndt" seit 1933.
Die Universität Greifswald trägt den Namen „Ernst Moritz Arndt” seit 1933.
Stefan Sauer

Bei einer Abstimmung lehnte eine Mehrheit der Greifswalder Stundenten Ernst Moritz Arndt als Namenspatron ab. Die Beteiligung war sehr niedrig.

Bei einer Urabstimmung über den Namenspatron Ernst Moritz Arndt an der Universität Greifswald hat eine Mehrheit der Studenten Arndt abgelehnt. Laut dem vorläufigem Endergebnis stimmten 53,16 Prozent gegen Arndt und 44,95 Prozent für Arndt. Die Wahlbeteiligung lag bei 15,27 Prozent.

Die rund 10.000 Studenten konnten am Rande anderer Wahlen von Montag bis Freitag abstimmen, ob die Universität Greifswald am Namenszusatz festhalten soll oder nicht. Die Abstimmung war ein Meinungsbild und nicht bindend.

Bereits Ende November waren alle Mitglieder der Universität – dazu zählen Professor, Verwaltungsmitarbeiter und Studenten – zum Namen befragt worden. Bei der Online-Abstimmung hatten knapp 49 Prozent der Teilnehmer für die Beibehaltung votiert, 34 Prozent plädierten für die Ablegung des Namens. Für rund 15 Prozent waren beide Varianten gleichermaßen akzeptabel.

Demonstration am Sonnabend

Die Mitglieder des Senats werden voraussichtlich in ihrer Sitzung am 17. Januar im Namenstreit entscheiden. Ein Beschluss aus dem Vorjahr zur Ablegung des Namens wurde vom Bildungsministerium wegen rechtlicher Bedenken nicht anerkannt.

Aufgrund der neuen Abstimmung im Senat plant die Bürgerinitiative „Arndt bleibt” am Sonnabend (13. Januar) eine Demonstration in Greifswald.

Dem auf Rügen geborenen Schriftsteller Arndt (1769-1860) werden antisemitische Tendenzen in seinen Schriften vorgeworfen. Seine Anhänger betonen seine Bedeutung für die Region und etwa sein Eintreten für eine Deutsche Einheit. Die teils sehr emotional geführte Debatte flammt schon seit vielen Jahren immer wieder auf.

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Kommentare (5)

als 3. Reich und DDR. Jetzt machen die linksextremen Hetzer noch nicht mal vor historisch bedeutsamen Personen, wie Arndt halt. "Arndt werden antisemitische Tendenzen in seinen Schriften vorgeworfen" ... selbst wenn das so wäre, entspricht das wahrscheinlich den Ansichten seiner Zeit. Wie wäre es wenn die Herrschaften Studenten sich mit derzeitigen Antisemitismus beschäftigen ? Dieser tritt ja, insbesondere Dank einiger "Neubürger", verstärkt auf ... und nicht nur in Schriften, sondern durch körperliche Gewalt.

wissen Studenten schon von der Preußischen Geschichte? Was von den Befreiungskriegen gegen die Napoleonische Fremdherrschaft? Was von dem nationalen Hochgefühl danach, das die Grundvoraussetzung für einen geeinten deutschen Staat wurde? In dieser euphorischen Stimmung verfasste Arndt seine Werke. Nicht viel, mitunter sogar erschreckend wenig! Junge Menschen sind zudem tendentiell (blauäugig) links. Ältere dagegen überwiegend (realistisch) konservativ.

auch sollten Studenten, so ganz ohne Schulbildung, von einem Abitur ganz zu schweigen, wohlmöglich noch am Historischen Institut eingeschrieben, irgend einen blassen Schimmer von deutscher Geschichte haben. Gut, dass es da noch Menschen gibt, die sich an die euphorische Stimmung von vor 200 Jahren noch erinnern können, als sei es gestern gewesen. Fällt bei all dem Gegeifer auch irgend jemanden auf, dass überschlägig 7,5 % keine Mehrheit sein können?

Die studenten kommen unwissend von aller geschichte, lernen auf staatskosten und wollen revolutzer spielen und sind dann wieder weg. Wir haben dann den ganzen mist wieder am hals. Bestimmen kann nur wer wer mit der einrichtung verbunden ist oder eingesessene einwohner. Kein stimmrecht für studenten. Meist kommen sie ja aus den alten ländern, wo sie sich nicht austoben können und noch zucht und ordnung an den unis herrscht. Dort käme man auch nicht auf den gedanken den namen herrmann löhns zu misbrauchen wie den von arndt. ich bin weder student, noch habe ich mit der uni etwas am hut aber einen gesunden menschenverstand.

Wie oft werden noch die Studenten befragt? Bei Umfrage und Abstimmung zeigt sich, es ist den Studenten einerlei (Beteiligung), wie der Name der Uni lautet. Was ich auch nachvollziehen kann.