CORONA-KRISE

Grenze zu Polen wieder geöffnet

Monatelang war die Grenze zu Polen wegen des Coronavirus dicht, ihre Wiedereröffnung wurde heiß ersehnt – nicht nur auf der geteilten Insel Usedom. In der Nacht zu Samstag wurden die Sperranlagen abgebaut.
Um Mitternacht wurden die Sperranlagen an der deutsch-polnischen Grenze abgebaut.
Um Mitternacht wurden die Sperranlagen an der deutsch-polnischen Grenze abgebaut. Christopher Niemann
Der grenzübergreifende Verkehr konnte wieder rollen.
Der grenzübergreifende Verkehr konnte wieder rollen. Christopher Niemann
Vor der Grenzöffnung bildete sich ein Stau.
Vor der Grenzöffnung bildete sich ein Stau. Christopher Niemann
Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann und Katarzyna Werth vom Deutsch-Polnischen Verein für Kultur und Integra
Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann und Katarzyna Werth vom Deutsch-Polnischen Verein für Kultur und Integration aus Pasewalk feierten die Öffnung des Grenzübergangs Linken. Christopher Niemann
Linken.

Nach knapp drei Monaten hat Polen seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern in der Nacht zum Samstag wieder geöffnet. Dies bedeute, dass es auch keine Fieber-Kontrollen und keine Quarantänepflicht für Einreisende aus der EU mehr gebe, sagte eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes am Samstag laut Nachrichtenagentur PAP. „Wir kehren zum freien Reisen zurück.” Bereits seit Freitag waren die Kontrollen an der litauisch-polnischen Grenze weggefallen. Seit Samstag um Mitternacht gilt dies auch für die Grenzen zu Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Die Auflagen für Reisende aus Nicht-EU-Staaten wurden gelockert. Kontrollen an den Grenzen zur Ukraine, Weißrussland und zur russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg) bleiben dagegen erhalten.

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Auch am Grenzübergang Linken wurde um Punkt 00:00 Uhr die Grenze zu Deutschland geöffnet, sämtliche Sperranlagen wurden zurückgebaut. Das erste Auto, das von Deutschland aus nach Polen fuhr, war ein VW Touareg mit polnischem Kennzeichen. Am Grenzübergang herrschte Freude, Menschen jubelten. Es bildete sich zunächst ein Rückstau von mehreren Hundert Metern, der sich jedoch rasch auflöste. Im Stau standen zahlreiche Menschen aus Polen und Mecklenburg-Vorpommern.

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Besonders auf der Insel Usedom ist die Erleichterung über die Öffnung der deutsch-polnischen Grenze groß. Bis die Corona-Pandemie kam, war die Grenze nicht zu spüren. Mitte März teilte sie die Insel plötzlich wieder.

Erleichterung auf Usedom

Hotellerie und Gastronomie auf Usedom sind ohne polnisches Personal nicht mehr denkbar. Dem Kurdirektor der drei Kaiserbäder, Thomas Heilmann, zufolge haben einzelne Tourismusbetriebe bis zu 80 Prozent polnische Mitarbeiter. Im Durchschnitt seien es 15 bis 20 Prozent. Als im Mai die Gaststätten nach zwei Monaten coronabedingter Schließzeit wieder öffneten und später auch Hotels und Unterkünfte wieder belegt werden durften, wurde es für Berufspendler aus Swinemünde (Swinoujscie) schwierig.

 

Im Hinterland der Küste traf die Grenzschließung viele polnische Pendler aus sozialen und medizinischen Berufen. Ärzte, Schwestern und Pfleger etwa des Krankenhauses Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) und Mitarbeiter von Pflegediensten kamen zuerst wochenlang nicht nach Hause, denn sie hätten dort in eine 14-tägige Quarantäne gemusst. Am geschlossenen Grenzübergang Linken-Lubieszyn organisierte Katarzyna Werth vom Deutsch-polnischen Verein für Kultur und Integration drei Protestaktionen. Sie äußert sich erleichtert über die Grenzöffnung. Die Betroffenen hätten bis jetzt täglich lange Umwege in Kauf nehmen müssen, um zur Arbeit zu kommen.

Mitte März hatte die nationalkonservative Regierung in Warschau als Schutzmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus die EU-Binnengrenzen für Ausländer geschlossen. Ausnahmen galten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Polen, die aus dem Ausland zurückkehrten, mussten für 14 Tage in Quarantäne. Die Einführung dieser Regelung hatte besonders Pendler an der deutsch-polnischen Grenze hart getroffen. Für sie wurde erst später eine Ausnahmeregelung vereinbart.

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Kommentare (2)

ist doch prima, da freut man sich doch gleich wieder auf endlose Autoschlangen auf der Insel Usedom bei einer durchgehenden Straße. Und vor allem über die Schlangen vor den Geschäften. Ach ja, der Landkreis freut sich auch wieder Bußgelder wegen zu schnellem Fahren auf den Landstraßen, und natürlich,nicht zu vergessen, die Bewohner der Insel. Billige Zigaretten und Sprit in Hülle und Fülle in Polen. Prima!

war eigentlich anders gemeint. Ganz anders!