80 000 Kubikmeter Sand werden gesiebt
Großangelegte Munitionssuche am Salzhaff-Strand

Nachdem mehrmals Munition am Strand gefunden wurde soll der Abschnitt jetzt komplett durchgesiebt werden. Die Kampfmittel wurden vermutlich bei Sandaufspülungen freigelegt und gelangten so an den Strand.
Nachdem mehrmals Munition am Strand gefunden wurde soll der Abschnitt jetzt komplett durchgesiebt werden. Die Kampfmittel wurden vermutlich bei Sandaufspülungen freigelegt und gelangten so an den Strand.
Bernd Wüstneck/dpa

Nach mehreren Wochen Vorbereitungen haben am Montag die Arbeiten zur Munitionsräumung am Strand von Rerik begonnen. Sie sollen bis Mitte Juli dauern. Die Einwohner hoffen, dass Teile des Strands schon vorher wieder begehbar sind..

An einem rund 1,5 Kilometer langen Teil des Strandes sollen 80 000 Kubikmeter Sand gesiebt werden. Grund der Suche war der Fund von 51 Granaten Mitte April. Wie Reriks Bürgermeister Wolfgang Gulbis (SPD) am Montag sagte, werden drei Strandaufgänge und die Seebrücke gesperrt. Er hoffte, dass die gesiebten Abschnitte nach und nach freigegeben werden, so dass vor allem die Seebrücke zu Beginn der Hochsaison Anfang Juli wieder begehbar sein wird.

Nach Angaben des Schweriner Innenministeriums wird die Strandreinigung rund 660 000 Euro kosten. Die Munition könnte durch die jüngst abgeschlossene Strandaufspülung freigelegt worden sein. Es gibt laut Gulbis aber keine endgültige Sicherheit über die Ursache. Nach eingehenden Untersuchungen könne aber ausgeschlossen werden, dass weitere Strandabschnitte betroffen seien.

Splitter könnten Hunderte Meter weit fliegen

Bei den Arbeiten kann es den Angaben zufolge gefährlich werden, weil beim Sieben und Rütteln starke Kräfte auf die möglicherweise noch im Sand verborgenen Granaten einwirken. Mögliche Splitter könnten mehrere Hundert Meter weit fliegen.

Wie Gulbis berichtete, gibt es bislang keine Buchungsstornierungen. Ob durch die Räumungen Übernachtungsgäste ausbleiben, könne derzeit noch niemand sagen. "Unsere Statistik ist noch in Ordnung", betonte er. Rerik verfüge über einen Strand von etwa neun Kilometern Länge. Trotzdem gebe es natürlich Einschränkungen, weil die Menschen ihre gewohnten Wege nicht gehen könnten. Wohnhäuser seien durch die Düne geschützt, betonte der Bürgermeister.

Im Bereich um die Halbinsel Wustrow gab es in der Vergangenheit immer wieder Einzelfunde von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Wehrmacht hatte auf der Halbinsel eine Flakartillerieschule eingerichtet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren sowjetische Soldaten dort stationiert.