GENTING

Mutterkonzern der MV-Werften will wohl Anteile verkaufen

Berichte über eine drohende Insolvenz von Genting und einem Verkauf von Anteilen sorgen für Unruhe in MV. Denn wenn der Mutterkonzern der MV-Werften wackelt, wird es schwer in Wismar, Rostock und Stralsund.
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Der in Hongkong ansässige Mutterkonzern der MV-Werften (im Bild der Standort in Stralsund) hatte in der Vorwoche angekündigt, vorübergehend alle Zahlungen an Gläubiger und Banken einzustellen. Stefan Sauer
Rostock.

Die fortwährenden Finanzprobleme des asiatischen Genting-Konzerns, zu dem auch der MV Werften-Verbund gehört, sorgen in der Politik Mecklenburg-Vorpommerns zunehmend für Unruhe. Am Dienstag informierten Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) bei einem kurzfristig anberaumten Treffen die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen über die aktuelle Situation auf den Werften.

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Sondersitzung geplant

Am Freitag solle es eine Sondersitzung des Finanzausschusses zu dem Thema geben, teilten die Sprecher beider Ministerien nach der Unterredung mit. Einzelheiten nannten sie nicht, wandten sich aber gegen Berichte über eine drohende Insolvenz: „Ein Insolvenzantrag ist nicht gestellt worden”, heißt es wörtlich in der kurzen Mitteilung. Ziel der Landesregierung bleibe es weiterhin, die MV Werften unter den Rettungsschirm des Bundes zu bringen, teilten die Sprecher der Ministerien am Abend mit.

Allerdings verdichteten sich in Schwerin Gerüchte, wonach die MV Werften vor dem wirtschaftlichen Aus stehen könnten. Nach Informationen aus dem Umfeld der Landesregierung will Genting offenbar große Teile des Werften-Verbundes abstoßen. Der Konzern habe der Bundes- und der Landesregierung die Übernahme von Gesellschafteranteilen angeboten. Sogar die Mehrheit, 51 Prozent, sei im Gespräch.

Zahlungen an Banken und Gläubiger eingestellt

Der in Hongkong ansässige Mutterkonzern der MV-Werften hatte in der Vorwoche angekündigt, vorübergehend alle Zahlungen an Gläubiger und Banken einzustellen. Als Grund gelten die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, insbesondere weil Kreuzfahrten als eines der Kerngeschäfte derzeit kaum noch möglich und auch die Gewinne Gentings aus Glücksspiel und Vergnügungsparks stark gesunken sind.

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Kurzarbeit bis zum Jahresende

Der Multikonzern Genting hatte 2016 die Werften in Wismar, Rostock und Stralsund übernommen, um dort Kreuzfahrtschiffe für den eigenen Bedarf bauen zu lassen. Die erteilten Aufträge reichten weit in die Zukunft und versprachen sichere Arbeitsplätze für zuletzt insgesamt 3100 Beschäftige. Doch wurden in Folge der Corona-Pandemie und fehlender Einnahmen die Arbeiten auf den Werften im März eingestellt.

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Bis zum Jahresende wurde Kurzarbeit beantragt. Mit Hilfe des Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes soll die Finanzierung der milliardenschweren Schiffsneubauten für den asiatischen Kreuzfahrtmarkt nun gesichert werden. Die MV Werften hoffen auf 570 Millionen Euro. Das Land hatte seinen Bürgschaftsrahmen bereits aufgestockt.

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Dieser Artikel wurde am Dienstag, 25. August, aktualisiert.

 

 

 

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