POLEN, CORONA UND QUARANTÄNE

Große Sorgen bei Pendlern und Betrieben in MV

Viele Menschen pendeln in der Grenz- und Metropolregion Stettin. Von Usedom bis zum Stettiner Haff geht nun die Sorge um, dass entweder Familien oder Betriebe unter den Einreiseregeln zusammenbrechen.
Die Situation in Polen spitzt sich zu. Gab es im Frühjahr noch kaum Fälle, breitet sich das Coronavirus seit einigen
Die Situation in Polen spitzt sich zu. Gab es im Frühjahr noch kaum Fälle, breitet sich das Coronavirus seit einigen Wochen dramatisch aus. Pawel Supernak
Neubrandenburg.

An den Corona-Hotlines der Behörden brachte der Freitagmorgen einen erneuten Ansturm. Nach der Ankündigung, dass ganz Polen ab Sonnabend als Risikogebiet der Pandemie behandelt wird, geht es für viele Pendler und Unternehmer um die schiere Existenz. Polen kämpft derzeit mit noch höheren Ausbreitungsraten des Coronavirus als die deutschen Nachbarn.

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Verordnung mit fatalen Folgen

Wegen der strengen Quarantäne-Regeln für MV würde der Grenzverkehr größtenteils zum Erliegen kommen. Während andere Bundesländer zahlreiche Ausnahmen etwa für Pendler, den Warentransport oder Familienbesuche definiert haben, setzt MV derzeit auf eine harte Linie. Nach jetzigem Stand gilt ab Sonnabend: Wer polnischen Boden betritt und anschließend wieder nach MV will, muss zwei Wochen lang in Quarantäne.

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Zwar können die Landratsämter Ausnahmen genehmigen, dafür gilt allerdings ausschließlich eigenes Ermessen. Einen Anspruch gibt es weder aus wirtschaftlichen noch aus familiären Gründen. Im Umgang mit anderen europäischen Regionen, die bereits als Risikogebiete gelten, zeigen sich Kreis-Behörden in MV bislang unnachgiebig.

Bis jetzt gibt es kein klares Signal aus Schwerin, ob man mit einer erneuten Entscheidung in letzter Minute die Regeln erneut verändern will, um die Situation im deutsch-polnischen Grenzraum zu entspannen. Ähnlich hatte man zwar gehandelt, als Berlin zum Risikogebiet wurde, hatte damit allerdings für tagelanges Regel-Chaos gesorgt.

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Wirtschaftsverbände protestieren

Nach Angaben der Landesregierung wird die Zahl der polnischen Pendler in MV auf rund 3500 Personen geschätzt. Sie arbeiten vor allem in Gesundheitsberufen, im Tourismus, der Logistik und im Handwerk.

Sie alle müssten sich, wenn es bei den jetzigen Regeln bleibt, entscheiden, ob sie bei ihren Familien in Polen bleiben wollen oder ihrem Job auf der deutschen Seite der Grenze nachgehen wollen.

 

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Kommentare (1)

Wer aus Polen kommt (auch nur für Stunden in BB ) soll sich 14 Tage zu Hause aufhalten. Kommt er aber aus einem deutschen Risikogebiet ,gillt das nicht. Was für eine Logik !