TROTZ STURM UND REGEN

Großer Andrang bei Hanse Sail in Rostock

Auch wenn das Wetter mitunter zu wünschen übrig ließ, fällt die Bilanz der Hanse Sail positiv aus. Doch die Zukunft der Traditionsschifffahrt scheint noch nicht ganz sicher zu sein.
dpa
Die Organisatoren und auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zogen am Sonntag eine positive Bilanz der Hanse Sail.
Die Organisatoren und auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zogen am Sonntag eine positive Bilanz der Hanse Sail. Bernd Wüstneck
Rostock.

Wie in mehreren Jahren zuvor haben Wetterkapriolen auch die 28. Hanse Sail geprägt: Der brütenden Hitze bei der Eröffnung am Donnerstag folgte noch am Abend ein Gewittersturm, der es in sich hatte. Eine Unwetterwarnung sorgte am Freitag für eine Unterbrechung bis zum Mittag, am Nachmittag und Abend behinderten dann starke Winde die Ausfahrten.

Auch der Samstag war von diversen Güssen geprägt. Und trotzdem zogen die Organisatoren und auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) am Sonntag eine positive Bilanz. „Ein Millionenpublikum hat der Hanse Sail die Treue gehalten”, sagte Methling. „Sobald der Regen nachließ, kamen die Gäste wie die Ameisen aus jeder Spalte und unter jedem Dach hervor und feierten weiter.”

Insbesondere der Samstag entwickelte sich zum Besuchermagneten, berichtete Hanse-Sail-Chef Holger Bellgardt. Etwa 30.000 Mitsegelplätze standen auf den 170 Schiffen über die vier Tage zur Verfügung. Sie waren heiß begehrt. Der Samstag sei restlos ausgebucht gewesen. Diese Ausfahrten entweder mit Firmenkunden oder Tagesgästen sind für die Traditionsschiffer von großer finanzieller Bedeutung.

Feuerwerk in Warnemünde nicht genehmigt

Ein besonderer Höhepunkt war das Feuerwerk Samstagnacht, an dessen Ende alle Schiffe ihre Hörner betätigten. Dieses vielstimmige Konzert sei in der ganzen Stadt zu hören gewesen und habe für eine besondere Gänsehaut-Stimmung gesorgt, meinte Sail-Sprecherin Annika Schmied.

Das Feuerwerk wird die Organisatoren allerdings noch eine Weile beschäftigen. Denn im Gegensatz zu den Vorjahren gab es nur dieses eine im Stadthafen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt hatte das Parallelfeuerwerk in Warnemünde zum Leidwesen und Unverständnis der Hanse-Sail-Macher aus Sicherheitsgründen nicht genehmigt. „Wir werden freundliche und ernste Worte miteinander finden”, sagte Methling.

Die sind wohl auch an anderer Stelle nötig. Die Freude über den kurz zuvor gelungenen Kompromiss mit dem Bundesverkehrsministerium über die künftigen Sicherheitsvorschriften und damit einhergehende Förderung von Umbaumaßnahmen scheint gedämpft zu sein, wie der Vizechef des Dachverbands für Traditionsschiffe, Nikolaus Kern, berichtete. Mit 20 Millionen Euro sollte der Fördertopf gefüllt sein, doch seinen Informationen zufolge ist davon keine Rede mehr. Für 2018 und 2019 werde jeweils nur eine Million Euro eingestellt. Zudem könne jeder Betreiber nur 70 Prozent seiner Auslagen erstattet bekommen.

Neues Sicherheitskonzept

Es bewahrheite sich auch die Befürchtung, dass hier ein neues bürokratisches Monster entstehen könne, sagte Kern. Dies ist wohl ein Thema, mit dem sich die neu geschaffene Arbeitsgruppe bei ihren regelmäßigen Treffen beschäftigen muss. Dort werde auch über die notwendige Ausbildung der Crew zu sprechen sein – die Anforderungen des Ministeriums seien zu hoch, betonte Kern.

Nachdem 2017 der Zusammenstoß einer finnischen Fähre mit dem Dampfeisbrecher „Stettin” für Aufregung gesorgt hatte, war das Sicherheitskonzept neu gestaltet worden. Die Teilnehmer haben sich deutlich disziplinierter verhalten als in den Vorjahren, sagte Kern, der mit dem Dreimastschoner „Amphitrite” aus dem Jahr 1887 nach Rostock gekommen war.

Warum die Fahrerin eines Motorboots am Freitag das fest vertäute russische Segelschulschiff „Mir” rammte und einen 19 Zentimeter langen Riss verursachte, war am Sonntag noch nicht geklärt. Der Schaden führte aber dazu, dass die „Mir” keine weitere Ausfahrten mit ihren Gästen unternehmen konnte.

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