Der Impfstoff von Astrazeneca wurde beim Transport nach MV zu sehr abgekühlt – und ist vorerst nicht nutzbar. (Symb
Der Impfstoff von Astrazeneca wurde beim Transport nach MV zu sehr abgekühlt – und ist vorerst nicht nutzbar. (Symbolbild) Danny Lawson
Transportschäden

Großhändler ließ Astrazeneca-Impfstoff zu sehr abkühlen

Erst die mangelhafte Impfbestellung – jetzt die Probleme beim Transport: Die Bürger in MV müssen Fehler der Verantwortlichen ausbaden. Und was ist mit den Nebenwirkungen?
Schwerin

Die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca bleiben in Abstimmung mit den Impfzentren in Mecklenburg-Vorpommern weiter vorsorglich ausgesetzt. „Aufklärung und Ursachenforschung werden durch die Beteiligten vorangetrieben. Wir brauchen Klarheit. Fest steht: Bis zur Wiederaufnahme der Impfungen muss die Lieferkette nachvollzogen und mögliche Fehlerquellen ausgeschlossen werden. Hier laufen Auswertungen mit der Arzneimittelüberwachungsstelle sowie dem Transporteur und den Impfzentren in den Kreisen bzw. kreisfreien Städten weiter. Erste Erkenntnisse liegen vor”, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU), am Mittwoch. Grund für die Aussetzung ist, dass bei der Auslieferung des AstraZeneca-Impfstoffes an die Impfzentren Temperaturabweichungen durch die Belieferten festgestellt worden waren.

Das Ministerium hatte die Öffentlichkeit am Dienstagabend über mögliche Transportschäden informiert. Man habe darauf die Impfung mit den Dosen des Herstellers ausgesetzt, hieß es.

Auswertungen der Temperaturprotokolle

Neben der Auslieferung von 8400 Dosen vom 15. Februar wird auch die Auslieferung der 6000 Dosen vom 11. Februar untersucht. „Es gibt Hinweise darauf, dass Probleme des Großhändlers beim Transport aufgetreten sind. Anhand der bisherigen Erkenntnisse sind die Temperaturdaten des Impfstoffes beim Transport zu den Impfzentren beziehungsweise in die Krankenhäuser unter 0 Grad Celsius abgefallen. Das ergeben die Auswertungen der Protokolle sogenannter Temperaturlogger. Diese überwachen die Temperatur beim Transport in den Transportbehältern”, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Bereits 2200 Personen geimpft

Der vorgeschriebene Temperaturbereich des Impfstoff-Herstellers liegt zwischen +2 bis +8 Grad Celsius. „Die Arzneimittelüberwachungsstelle ist involviert und prüft mögliche Auffälligkeiten”, so Glawe weiter. „Der nicht verimpfte Impfstoff bleibt in Quarantänelagerung bis zum Abschluss der Prüfungen. Dann wird entschieden, wie mit den Dosen weiter verfahren wird.”

Nach den vorliegenden Informationen der Krankenhäuser und Impfzentren sind circa 2200 Personen mit dem Impfstoff Astrazeneca geimpft worden. Gesundheitsminister Harry Glawe appellierte: „Wer sich unwohl fühlt, sollte vorsorglich den nächsten Arzt aufsuchen.”

Nach Aufklärung mit Astrazeneca weiter impfen

Minister Glawe machte abschließend deutlich, dass das Land weiter an dem Impfstoff Astrazeneca festhalte. „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen hat die vorsorgliche Unterbrechung der Impfungen mit Astrazeneca nichts mit der generellen Qualität des Impfstoffes zu tun. Deshalb werden wir sobald wie möglich die Impfungen fortsetzen. Dabei sind die aktuellen Entwicklungen zu möglichen Impfreaktionen im Auge zu behalten.”

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