Die Recherchen von Mathias Brodkorb gingen zu weit, findet der Deutsche Presserat. Brodkorb selbst verteidigt seine Vorgehensw
Die Recherchen von Mathias Brodkorb gingen zu weit, findet der Deutsche Presserat. Brodkorb selbst verteidigt seine Vorgehensweise. Nun gibt es erste Stimmen aus der Landespolitik zu dem Vorfall. Jens Büttner
Als Lesbe ausgegeben

Grüne und CDU attackieren Brodkorb nach seiner Presserat-Rüge

Absurd und bizarr – so finden Grüne- und CDU-Politiker das Verhalten vom Ex-Finanzminister Mathias Brodkorb, nachdem er vom Presserat gerügt worden war. Sie fordern Konsequenzen.
Schwerin

Nicht nur beim Deutschen Presserat stößt eine Veröffentlichung des ehemaligen MV-Finanzministers Mathias Brodkorb (SPD) sauer auf. Auch Vertreter aus der Politik äußerten sich am Montag sowohl zu Brodkorbs journalistischen Methoden als auch zu seinem Text an sich.

Lesen Sie hier mehr zu den Vorwürfen: Ex-Finanzminister von MV bekommt Presserat-Rüge

Brodkorb hatte im Mai dieses Jahres auf dem Internet-Portal „Cicero” unter dem Titel „Mein erstes Mal” eine Reportage zu der Veranstaltung „Lesbenfrühling 2021” veröffentlicht und sich bei der digitalen Veranstaltung als lesbische Frau ausgegeben, um daran teilnehmen zu können. Zuvor war ihm als männlichem Teilnehmer unter echtem Namen die Akkreditierung versagt worden. Dafür bekam er vom Deutschen Presserat eine Rüge wegen unlauterer Methoden bei der Recherche.

Ulrike Berger: Brodkorb mache Stimmung gegen die Rechte von Transmenschen

„Absolut absurd”, findet Ulrike Berger, Fraktionsvorsitzende der Grünen und der Tierschutzpartei im Kreistag Vorpommern-Greifswald, das Verhalten von Mathias Brodkorb. Berger, die von 2011 bis 2016 auch im Landtag für die Grünen saß, kritisierte auf Facebook, dass Brodkorb Stimmung gegen die Ausweitung der Rechte von Transmenschen mache. Außerdem sei es eines Sonderbeauftragten für die Universitätsmedizinen im Bildungsministerium unwürdig, mit unlauteren Mitteln gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen.

Hier der ganze Facebook-Post:

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In eine ähnliche Richtung schlägt auch die Ex-Justizministerin von MV Katy Hoffmeister (CDU) ein. „Die Angelegenheit wirkt auf mich reichlich bizarr”, erklärte Hoffmeister. Brodkorb, der Aufsichtsratsvorsitzender der beiden Universitätsmedizinen im Land ist, sei ohnehin schon umstritten gewesen. „Der jetzige Vorgang nährt Zweifel an seiner Integrität”, so Hoffmeister.

 

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