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Atomenergie

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Grüne warnen, Lubmin könnte zum Endlager werden

Die Energiewerke Nord wurden am stillgelegten Kernkraftwerk in Lubmin errichtet. Dort lagert radioaktives Material der früheren DDR-Kernkraftwerke Lubmin und Rheinsberg. (Archivbild)
Die Energiewerke Nord wurden am stillgelegten Kernkraftwerk in Lubmin errichtet. Dort lagert radioaktives Material der früheren DDR-Kernkraftwerke Lubmin und Rheinsberg. (Archivbild)
Stefan Sauer

Weil das Zwischenlager in Lubmin ausgebaut werden soll fürchten die Grünen, dass nun doch auch Atommüll anderer Bundesländer nach Vorpommern kommt.

Mecklenburg-Vorpommerns Grüne sehen den Bau eines neuen Castor-Atomlagers in Lubmin deutlich kritischer als die Bundestagsfraktion. Zwar sei es gut und richtig, eine neue Halle zu bauen, um die lange geforderten Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Johann-Georg Jaeger am Donnerstag. Mit der Modernisierung werde das Zwischenlager Lubmin jedoch immer attraktiver.

Bisher sei noch kein Standort für ein mögliches Endlager in Deutschland gefunden. Jaeger warnte, dass Lubmin schleichend als Atommülllager für andere Bundesländer ausgebaut werden könnte.

Die Atomexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sylvia Kotting-Uhl, hatte am Mittwoch die Entscheidung des bundeseigenen Atomlager-Betreibers EWN zum Neubau begrüßt und einen beschleunigten Bau gefordert. Das EWN (Entsorgungswerk für Nuklearanlagen) will als Schutz vor Terrorangriffen bis 2024 ein Ersatzlager für hoch radioaktiven Müll errichten.

Amthor: Lubmin wird kein Endlager

Die Zahl der in Lubmin gelagerten Castoren wie auch die Aufbewahrungsfrist bis 2039 sollen nach EWN-Angaben unverändert bleiben. 2011 waren alle Betreiber von Zwischenlagern vom Bundesamt für Strahlenschutz aufgefordert worden, die Sicherheitsstandards der veränderten Gefahrenlage anzupassen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete der Region, Philipp Amthor, kritisierte die Landes-Grünen. Die Baumaßnahmen dienten keinesfalls dazu, Lubmin zu einem Endlager für radioaktive Abfälle auszubauen. Die Endlagersuche müsse – wie gesetzlich vereinbart – auf Bundesebene vorangetrieben werden.