STATISTIK VORGESTELLT

Gut 100.000 Einwohner in MV haben ausländische Wurzeln

In Deutschland leben so viele Menschen mit einem Migrationshintergrund wie nie zuvor – auch im Nordosten. Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist der Anteil in Mecklenburg und Vorpommern allerdings vergleichsweise gering.
dpa
Ende 2016 lebten rund 61.000 Menschen mit Pässen anderer Nationen im Nordosten.
Ende 2016 lebten rund 61.000 Menschen mit Pässen anderer Nationen im Nordosten. Bernd Wüstneck
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Schwerin.

Der Zuzug von Flüchtlingen in den beiden zurückliegenden Jahren hat den Anteil von Ausländern an der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern auf 3,8 Prozent wachsen lassen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, lebten Ende 2016 rund 61.000 Menschen mit Pässen anderer Nationen im Nordosten. Rechnet man Bürger mit ausländischen Wurzeln hinzu, die inzwischen deutsche Staatsbürger sind, haben 102.000 von insgesamt 1,6 Millionen Einwohnern einen Migrationshintergrund.

Zum Vergleich: In der Hansestadt Hamburg, die mit knapp 1,8 Millionen ähnlich viele Einwohner hat wie Mecklenburg-Vorpommern, leben 538.000 Menschen mit Migrationshintergrund, 231.000 davon sind Ausländer.

In ganz Deutschland sind gut die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund Deutsche

Wie aus der Statistik hervorgeht, leben in Deutschland so viele Menschen mit einem Migrationshintergrund wie noch nie zuvor. Die Bevölkerung mit ausländischen Wurzeln hat 2016 zum fünften Mal in Folge einen Höchststand erreicht. Insgesamt sind das rund 18,6 Millionen Menschen und damit gut jeder Fünfte (22,5 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Anteil allerdings nur 6,3 Prozent und ist damit einer der geringsten im Vergleich aller Bundesländer. Im benachbarten Schleswig-Holstein haben 14,4 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund, in Hamburg sind es 30 Prozent.

Bundesweit sind gut die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund Deutsche (52 Prozent). Die Türkei ist noch immer mit Abstand das größte Herkunftsland und Europa die wichtigste Region. Die Bedeutung anderer Regionen wie des Nahen und Mittleren Ostens und Afrikas habe in den vergangenen fünf Jahren aber an Bedeutung gewonnen.

Methodische Hinweise:

Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Im Einzelnen umfasst diese Definition nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer, zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte, (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler sowie die als Deutsche geborenen Kinder dieser Gruppen.

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