VORWURF GEGEN LANDESPOLIZEI

Haben Ermittler minderjährigen V-Mann eingesetzt?

Ohne Wissen der Eltern soll die Landespolizei einen Jugendlichen als geheimen Informanten angeworben haben. Die Polizei hat die Vorwürfe inzwischen zurückgewiesen.
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Anwalt Diestel fordert Aufklärung und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.
Anwalt Diestel fordert Aufklärung und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Stefan Sauer
Rostock/Schwerin.

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern soll einen Minderjährigen als V-Mann eingesetzt haben. „Wir haben deshalb Anzeige erstattet“, sagte am Freitag Rechtsanwalt Peter-Michael Diestel, der den heute 29-Jährigen vertritt. Es handele sich um einen Skandal.

Minderjährige dürfen laut den Vorschriften nicht als V-Leute eingesetzt werden. Sein Mandant habe als  15-Jähriger die Ermittlungsbehörden mit Informationen aus der Drogenszene versorgt. Zudem habe er im Vorfeld des G8-Gipfels als Informant über die linke Szene gedient.

Der 29-Jährige sitzt derzeit hinter Gittern. „Mein Mandant ist inzwischen in die dritte Justizvollzugsanstalt verlegt worden, weil er als V-Mann seines Lebens nicht sicher ist“, so Distel. Im Gefängnis Bützow soll der 29-Jährige aufgeflogen sein. Das Innenministerium will die schweren Vorwürfe prüfen und dann den Innenausschuss des Landtages informieren, sagte ein Sprecher.

Das Polizeipräsidium Rostock hat unterdessen die Vorwürfe grundsätzlich zurückgewiesen, ohne sich jedoch auf den konkreten Fall zu beziehen. Der Einsatz von Minderjährigen als V-Personen sei nicht zulässig, sagte eine Sprecherin am Freitag. "Demnach hat das Polizeipräsidium Rostock (vormals Polizeidirektion Rostock) zu keinem Zeitpunkt Minderjährige als V-Personen eingesetzt." Darüber hinaus werde zu Einzelfällen aus einsatztaktischen Gründen grundsätzlich keine Stellung genommen.

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