Die Drohung der Erpresser, die Firmen-Website lahmzulegen, ist nach Erkenntnissen der Polizei nur vorgeschoben.
Die Drohung der Erpresser, die Firmen-Website lahmzulegen, ist nach Erkenntnissen der Polizei nur vorgeschoben. Oliver Berg (Symbolfoto)
Landeskriminalamt

Hacker erpressen Firmen mit vermeintlichen Hacks

In MV und anderen Bundesländern versuchen Betrüger, Firmen mit vermeintlichen Hacks der Firmenseite zu erpressen. Sie tun so, als wollten sie damit die Ukraine unterstützen.
Rampe

Das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern (LKA MV) warnt aus aktuellem Anlass vor einer neuen Betrugsmasche, in denen Betrüger sich per E-Mail an Firmen wenden und behaupten, sie hätten die Firmenwebsite gehackt. Wie es in der Mitteilung des LKA heißt, fordern die Erpresser in den Mails die Unternehmen dazu auf, 0,05 Bitcoin zur Unterstützung der Ukraine an eine Bitcoin-Adresse zu transferieren. Dies sind aktuell umgerechnet etwa 2000 Euro.

Die E-Mail ist ein Fake – die Seiten wurden nicht gehackt

Sofern eine entsprechende Zahlung nicht erfolge, drohen die Kriminellen damit, die Website zu schädigen, so das LKA weiter. Die Kriminalisten weisen aber darauf hin, dass die Hacker nach derzeitigem Kenntnisstand nur so tun, als hätten sie die Website gehackt: „Es handelt sich hierbei um eine Spam-E-Mail-Welle ohne reale Grundlage”, heißt es dazu vom LKA. Die Drohung könne somit als haltlos angesehen werden, da die Kriminellen in Wirklichkeit keinen Zugriff auf die Firmenwebsites hätten.

Das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern empfiehlt betroffenen Unternehmen dringend, keine Zahlungen zu leisten und Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Dieses Vorgehen rät die Polizei übrigens generell auch für den Fall, dass tatsächlich ein Hacker-Angriff vorliegt. Anzeigen können in MV schriftlich über die Online-Wache der Polizei oder bei jeder Polizeidienststelle eingereicht werden, sie sind in nicht-zeitkritischen Fällen aber auch per Post an die Staatsanwaltschaft möglich.

Bisher zwei Fälle in Mecklenburg-Vorpommern bekannt

Bislang haben zwei Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern eine entsprechende Spam-E-Mail zur Anzeige gebracht. Es ist dem LKA zufolge jedoch davon auszugehen, dass weitere Firmen betroffen sind. Die Ermittlungen zu den angezeigten Sachverhalten dauern an.

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