ARBEITEN IM KNAST

Häftlinge bekommen deutlich weniger Lohn

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist die Bezahlung für die Arbeit von Gefängnis-Insassen im Schnitt um 93 Cent je Tag gekürzt worden.
dpa
Ein Haeftling, in der Justizvollzugsanstalt Stralsund bei der Arbeit
Ein Haeftling, in der Justizvollzugsanstalt Stralsund bei der Arbeit Jens Koehler (Archiv)
Schwerin.

Häftlingen ist der Lohn für ihre Arbeit in den Gefängnissen des Landes deutlich gekürzt worden. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist nach Angaben des Justizministeriums bereits im vergangenen Jahr die Berechnung der Löhne für Gefangenenarbeit an die „Bezugsgröße Ost” der Rentenversicherung angepasst worden. Dadurch sei der Lohn im Vergleich zu 2016 im Schnitt um 93 Cent je Tag gesunken, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag.

Zuvor habe der Durchschnittslohn bei 11,04 Euro je Tag gelegen, jetzt seien es 10,11 Euro je Tag. Einem Bericht der „Ostsee-Zeitung” zufolge liegen die Gefangenenlöhne in MV zwischen 7,17 Euro und 26,54 Euro je Tag. Etwa jeder zweite Gefangene gehe einer Arbeit nach.

Vor der Umstellung fand die Berechnung anhand der sogenannten Bezugsgröße West der Rentenversicherung statt, wie der Ministeriumssprecher erläuterte. Heute gelte die Bezugsgröße Ost in der Gesetzgebung der Rentenversicherung. Der Mindestlohn gelte im Justizvollzug nicht. Vollzugsziel sei nicht das Geldverdienen, sondern die Resozialisierung.

Die Arbeit in den Anstalten solle die Gefangenen auf ein strukturiertes Alltagsleben vorbereiten und sie in die Lage versetzen, nach der Entlassung aus der Haft straffrei einer geregelten Arbeit nachzugehen.

zur Homepage