AMTSGERICHT LUDWIGSLUST

Haftstrafe für Missbrauch einer Wachkoma-Patientin

Ein Altenpfleger aus Plau am See hat gestanden, während einer Nachtschicht versucht zu haben, eine Patientin zu vergewaltigen. Nun muss er für mehrere Jahre ins Gefängnis.
dpa
Wegen sexuellen Missbrauchs einer Wachkoma-Patientin hat das Amtsgericht Ludwigslust einen 34 Jahre alten Mann aus Plau am See
Wegen sexuellen Missbrauchs einer Wachkoma-Patientin hat das Amtsgericht Ludwigslust einen 34 Jahre alten Mann aus Plau am See verurteilt. Arne Dedert
Ludwigslust.

Wegen sexuellen Missbrauchs einer Wachkoma-Patientin hat das Amtsgericht Ludwigslust einen 34 Jahre alten Mann aus Plau am See zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Der Altenpfleger hatte gestanden, im vergangenen März versucht zu haben, die 52 Jahre alte Frau während einer Nachtschicht zu vergewaltigen. Als ihm dies nicht gelang, befriedigte er sich in dem Patientenzimmer selbst. Der Angeklagte nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

Das Gericht folgte mit dem Strafmaß dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hielt drei Jahre Haft für angemessen. Der Vorsitzende Richter nannte die Tat „abstoßend” und „perfide”. Nur das umfassende Geständnis habe den Angeklagten vor einer deutlich höheren Strafe bewahrt.

Der Altenpfleger hatte erklärt, seine Tat sei eine Kurzschlusshandlung gewesen in einer Phase ständiger Überarbeitung. Das Gericht kam jedoch zu der Überzeugung, dass er planvoll vorging und die vollkommen wehrlose Patientin, die er bereits seit zehn Jahren kannte, gezielt ausgesucht hatte, weil er das Risiko der Entdeckung als gering einschätzte. Er hinterließ in dem Krankenzimmer allerdings ein benutztes Kondom, das am nächsten Tag von einem Kollegen entdeckt wurde.

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