Fachkräftemangel
Handwerk in MV startet "Ausbildungsoffensive 2019"

Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern will 2019 zum Jahr der Nachwuchs- und Fachkräftesicherung machen.
Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern will 2019 zum Jahr der Nachwuchs- und Fachkräftesicherung machen.
Martin Schutt

Das Handwerk kann über Auftragsmangel nicht klagen. Fehlende Fachkräfte sorgen jedoch für lange Wartezeiten. Deshalb wollen die Kammern die Nachwuchswerbung weiter verstärken.

Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern will 2019 zum Jahr der Nachwuchs- und Fachkräftesicherung machen. „Die Zukunft des Handwerks und die Versorgung der Bevölkerung mit Handwerksleistungen hängt wesentlich davon ab, ob es gelingt, unsere Fachkräftebasis zu sichern und zu erweitern”, erklärte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern, Peter Günther. Auch durch Zuwanderung qualifizierter Beschäftigter könnten zwar Personallücken geschlossen werden. Am wichtigsten für die Nachwuchsgewinnung bleibe aber die duale Ausbildung. „Sie muss für junge Menschen noch attraktiver werden”, machte Günther aber auch klar.

Beim Tag der offenen Tür im Bildungs- und Technologiezentrum in Schwerin informierten rund 50 Aussteller an Ständen und in Werkstätten über Ausbildungsberufe und Entwicklungsmöglichkeiten im Handwerk. Neben interessierten Schülern waren auch Eltern dazu eingeladen. Sie üben nach wie vor großen Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder aus. Den Angaben zufolge sind in den Lehrstellenbörsen der beiden Handwerkskammern im Land ein halbes Jahr vor Schuljahresende bereits 900 offene Stellen gemeldet.

Jede dritte Lehrstelle im Handwerk unbesetzt

Im Vorjahr war die Zahl neuer Ausbildungsverträge nach Kammerangaben landesweit zwar auf 1980 gestiegen. Dennoch blieb etwa jede dritte Lehrstelle im Handwerk unbesetzt. Auch deshalb werde der Nachwuchssicherung durch Berufsausbildung im neuen Jahr ein besonders hoher Stellenwert beigemessen, sagte Günther.

Unter der Überschrift „Ausbildungsoffensive 2019” seien eine Reihe Aktivitäten geplant, die mehr Zulauf in die betriebliche Handwerksausbildung bringen sollen. Zudem solle die Landespolitik in die Pflicht genommen werden. Bei einem Bildungsgipfel mit der Landesregierung würden die Qualität der Ausbildung in den Fokus gerückt, kündigte der Handwerkspräsident an. Zudem solle über eine bessere Berufsorientierung, die Förderung überbetrieblicher Ausbildung und über ein kostenfreies Azubi-Ticket diskutiert werden.

Digitalisierung in der Aus- und Weiterbildung

Das Handwerk selbst wolle mit der Einführung eines Qualitätssiegels besonders gut ausbildende Betriebe kenntlich machen. Außerdem solle die Digitalisierung in der Aus- und Weiterbildung in den Berufsbildungszentren größeren Raum einnehmen. „Dies wird maßgeblich dazu beitragen, die Ausbildung und das Berufsleben im Handwerk attraktiver zu machen. Jugendliche wollen Zukunftschancen und entscheiden sich für Berufe, in denen sie eine Zukunft sehen. Daher müssen wir in unseren Bildungszentren anschaulich und erlebbar machen, wie weit wir im Handwerk bereits in die Welt der Digitalisierung vorgedrungen sind”, betonte Günther.

In den landesweit 20.000 Handwerksbetrieben sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 117.000 Menschen beschäftigt, die einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro bringen. Nach Kammerangaben sind Handwerksbetriebe häufig schon über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus beschäftigt und können wegen eines massiven Fachkräftemangels neue Aufträge oft nur mit großer Verzögerung abarbeiten. Wie das produzierende Gewerbe hatte auch das Handwerk in jüngsten Konjunkturumfragen die wirtschaftliche Situation mit Bestnoten bewertet. Das Fachkräfteproblem aber trübt die Aussichten.

Kommentare (1)

Ist doch kein Wunder, daß x Lehrstellen unbesetzt sind. Schulverweigerer, Schulabbrecher, null Bock Einstellung und der Rest steht, statt zu lernen, auf irgendwelchen Plätzen rum und hält Schilder zum Kohleabbaustopp in die Luft. Niemand kann es den Firmen verübeln, dass sie Bewerber mit schlechtem Abschluss, sodenn überhaupt einer vorhandenen ist , einstellen. Da können sie gleich Insolvenz anmelden. Es sind doch genügend Migranten da, von denen immer behauptet wird, dass unter diesen Fachkräfte sind. Dann sollen sich die Firmen in Zusammenarbeit mit dem Migrationsamt eben um diese Leute bemühen.