VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

"Handyhasser" belästigt Bahnfahrer im Raum Rostock

Er wirft Smartphones aus dem Fenster, zerreißt Kopfhörer-Kabel und legt sich mit Reisenden an: Im Rostock ist seit Tagen ein Mann unterwegs, der Angst vor Handystrahlung hat.
Simon Voigt Simon Voigt
In Rostock ist ein „Handyhasser” unterwegs.
In Rostock ist ein „Handyhasser” unterwegs. Hauke-Christian Dittrich
Rostock.

Die Bundespolizei warnt vor einem sogenannten „Handyhasser”, der seit mehr als einer Woche im Raum Rostock unterwegs ist. Der 53-Jährige war zuletzt öfter in verschiedenen Zügen unterwegs und hat dort Leute belästigt, die Handys benutzen. Immer wieder soll er laut Polizei andere Reisende mit Verschwörungstheorien behelligt haben, wonach die Handystrahlung seine Gesundheit schädige. Vor ein paar Tagen hatte er sogar schon einem Zugreisenden im Intercity von Hamburg nach Rostock das Smartphone aus der Hand gerissen und aus dem Fenster geworfen. „Danach setzte er sich wieder wortlos auf seinen Sitzplatz”, so ein Polizeisprecher.

Bundespolizisten hatten ihm da schon die Weiterfahrt untersagt, denn vorher hatte er in einer Regionalbahn eine Frau aufgefordert, ihr Handy wegzulegen. Da diese nicht folgte, zerrte er ihr die Kopfhörer aus den Ohren und zerriss diese. Danach betätigte er die Notbremse und schlug mit einem Nothammer eine Scheibe ein. Er verließ den Zug an einem Bahnhof. Später hatte er in einem anderen Regionalzug bei Hagenow eine Handynutzerin belästigt.

Lange Liste an Strafverfahren

An diesem Wochenende schlug der „Handyhasser” wieder zu, wie die Polizei meldet. In der Nacht zu Sonnabend soll er sich gegenüber Reisenden in einer Rostocker S-Bahn wegen angeblicher Handystrahlung erregt haben. Ein anderer Reisender wollte schlichten, worauf er vom „Handyhasser” mit einem Kaffeebecher beworfen wurde. Der Schlichter schlug dem „Handyhasser” ins Gesicht. Danach stiegen alle drei Beteiligten am Haltepunkt Lichtenhagen aus, wo sie schon von der zuvor alarmierten Polizei erwartet wurden. Der „Handyhasser” wurde von einem Rettungswagen versorgt und in eine Klinik gebracht. Und das, obwohl die Polizei betont, er „kaum wahrnehmbare Verletzungen” gehabt habe.

Am späten Nachmittag des Sonnabends trat der „Handyhasser” dann wieder in Erscheinung. Am Rostocker Hauptbahnhof soll er nach dem Fußballspiel des F.C Hansa Rostock gegen die Würzburger Kickers versucht haben, einer 17-Jährigen das Handy wegzunehmen. Polizisten konnten ihn in der Regionalbahn nach Wismar stellen. „Zu seiner bereits langen Liste kommt nunmehr noch ein weiteres Ermittlungsverfahren hinzu”, so der Polizeisprecher.

Der 53-Jährige ist aber weiter auf freiem Fuß. "Wir arbeiten in dem Fall eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen", erklärt der Sprecher der Bundespolizei.

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Kommentare (1)

sich dann doch zuhause, so er eins hat, einschließen und anderen Menschen nicht auf die Eier gehen. Und wieso läuft so etwas überhaupt frei rum? Beseelter Staub, der zu nichts nütze ist. An mich dürfte er nicht geraten.