Zuerst hatten Hansa-Fans ihre erbeuteten HSV-Schals nur aufgehängt. Zum Ende des Spiel zündete sie jemand an.
Zuerst hatten Hansa-Fans ihre erbeuteten HSV-Schals nur aufgehängt. Zum Ende des Spiel zündete sie jemand an. privat
Später wurden die Schals gelöscht.
Später wurden die Schals gelöscht. privat
Hansa-Fans haben während des Spiels gegen den HSV Schals des Hamburger Vereins im Ostseestadion verbrannt.
Hansa-Fans haben während des Spiels gegen den HSV Schals des Hamburger Vereins im Ostseestadion verbrannt. So sah das aus der Entfernung aus. Zoltán Szabó
Während des Spiels flogen auch Papierrollen auf das Feld. Die Gäste aus Hamburg gewannen mit 2:3.
Während des Spiels flogen auch Papierrollen auf das Feld. Die Gäste aus Hamburg gewannen mit 2:3. Zoltán Szabó
Anhänger des Hamburger SV zünden im Ostseestadion Pyrotechnik.
Anhänger des Hamburger SV zünden im Ostseestadion Pyrotechnik. Danny Gohlke
Rund 4000 Fans beteiligten sich vor dem Spiel an einem Fanmarsch durch die Stadt bis zum Ostseestadion.
Rund 4000 Fans beteiligten sich vor dem Spiel an einem Fanmarsch durch die Stadt bis zum Ostseestadion. Peter Krüger
Risikospiel

Hansa-Fans zünden HSV-Schals im Ostseestadion an

Hansa Rostock gegen den HSV: Die Polizei begleitete dieses Risikospiel mit 1850 Kräften. Ein Tag voller Provokationen endet mit 14 Verletzten.
Rostock

Rund um die Begegnung des F.C. Hansa Rostock und des Hamburger SV am Sonntag in Rostock hat es mehrere Auseinandersetzungen rivalisierender Fans im und vor dem Ostseestadion gegeben. Die Polizei spricht in ihrem Einsatzbericht am Sonntagabend von insgesamt 14 Verletzten, darunter 12 Polizisten. Es gab eine Festnahme und es seien diverse Anzeigen aufgenommen worden.

Die Polizei hatte dieses letzte Saisonspiel in der zweiten Bundesliga als Risikospiel eingestuft und war daher mit 1850 Beamten im Einsatz gewesen. Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern wurde dabei auch von der Bundespolizei und Kräften aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt unterstützt.

Zusätzlich setzt die Polizei auch Drohnen ein. „Hierdurch konnte die Einsatzzeit des Polizeihubschraubers erheblich verkürzt und die Auswirkungen auf Unbeteiligte reduziert werden”, heißt es dazu.

4000 Teilnehmer bei Fanmarsch durch Rostock

Die Rostocker Fanszene startete mit einem Fanmarsch in das Ligafinale. Beginnend vom Kröpeliner Tor über die Kröpeliner-Tor-Vorstadt bis hin zum Ostseestadion nahmen daran laut Polizeischätzung bis zu 4000 Personen teil. Rundherum kam der Verkehr zum Erliegen. Aus dem Marsch heraus sei mehrfach Pyrotechnik gezündet worden. Außerdem flogen Böller in Richtung der Polizisten, wodurch mehrere von ihnen ein Knalltrauma erlitten hätten. Zudem habe es mehrere körperliche Auseinandersetzungen zwischen Hansa-Fans und der Polizei gegeben.

Rund 2500 Fans aus Hamburg waren angereist und hatten den Gästeblock bis auf den letzten Platz gefüllt.

In der Halbzeitpause hätten sich dann starken Provokationen zwischen beiden Fanlagern vor dem Ostseestadions entwickelt. Die Polizei war stets bemüht, die rivalisierender Gruppen voneinander zu trennen, was auch geglückt sei. Aus dem Bereich der Südtribüne habe es zudem massive Angriffe auf die Polizisten gegeben, so sei etwa ein Feuerlöscher auf die Beamten geworfen worden. Die Polizisten wehrten sich mit Pfefferspray und ihren Schlagstöcken. Dabei habe man einen 41-jährigen Mann festnehmen können, heißt es im Einsatzbericht.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit habe sich die Lage im Außenbereich beruhigt. Im Stadion hingegen provozierten sich die Fanszenen weiter gegenseitig und beschossen sich laut Polizei gegenseitig mit Pyrotechnik und anderen Wurfgegenständen. Im Gästeblock zündeten Hamburger Fans bengalische Feuer an, wodurch der Schiedsrichter das Spiel zeitweise unterbrochen hatte.

Abbrennen von Schals – „Das gehört sich nicht.”

Hansa-Fans zündeten zum Ende des Spiels in ihrem Block HSV-Schals an, gut sichtbar für ihre Gäste aus Hamburg. Der Rauch habe sich dann laut Polizei in einem extra freigehaltenen Pufferblock gebildet. Ein enttäuschter Kommentar kam dazu von Alexander Stuth: „Dafür schäme ich mich. Das gehört sich nicht”, schrieb der Moderator des Radiosenders „Ostseewelle” über Bilder dieser Aktion bei Instagram. Er ist selbst bekennender Anhänger von Hansa Rostock, schrieb in diesem Fall aber nur von „Fans” in Anführungsstrichen.

Nach dem Spiel sei dann die Abreise der Fans laut Polizei weitgehend friedlich verlaufen. Polizisten trennten wieder beide Fanlager auf dem Weg zu Bahnhof.

Zug mit Steinen beworfen

Allerdings hatte es bereits vor dem Spiel einen Angriff auf einen Intercity aus Hamburg gegeben, in dem die Angreifer offenbar HSV-Fans vermuteten. Etwa 20 vermummte Personen bewarfen den Zug am Bahnhof Bützow mit Steinen. Laut Polizei sei dabei niemand verletzt worden. Es entstand lediglich ein Sachschaden, der Zug konnte weiterfahren. Bereits vor der Abfahrt in Hamburg sei in dem Zug immer wieder die Notbremse gezogen worden. Auch darum wird hier noch die Polizei ermitteln.

Mehr dazu: Hansa-Anhänger attackieren Zug mit HSV-Fans

Und so ging das Spiel aus

Das erste Tor des Spiels hatten noch die Rostocker in der ersten Halbzeit geschossen, worauf im Hansa-Block die Fans sangen „HSV niemals mehr erste Liga“. Nachdem die Gäste aus Hamburg das Spiel dann doch noch drehen konnten, dürfen sie nun in der Relegation doch noch auf den Aufstieg in die erste Bundesliga hoffen. Das Spiel endete mit 3:2 (0:1). Hier geht es zum Spielbericht.

Hansa Rostock hatte bereits vor zwei Wochen den Klassenerhalt in der zweiten Liga gesichert.

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