TOTER MV-POLIZIST

Hansas Mitglieder schweigen zu Hass-Spruchband

Hansa-Chaoten haben mit Gewalt und Randale oft für Negativschlagzeilen gesorgt. Im Fall eines pietätlösen Spruchbands hatte der Verein eigentlich Aufarbeitung versprochen.
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Die Fans auf der Südtribüne hatten das Banner mit der Verunglimpfung des toten Polizisten gezeigt. Wir haben den Namen unkenntlich gemacht.
Die Fans auf der Südtribüne hatten das Banner mit der Verunglimpfung des toten Polizisten gezeigt. Wir haben den Namen unkenntlich gemacht. Andy Buenning
Schwerin.

Erst vollmundige Ankündigungen, dann Mauertaktik: Nachdem Hansa-Rostock-Chaoten ein Hass-Spruchband gegen einen toten MV-Polizisten gezeigt haben, schweigt sich der Klub auch nach der Mitgliederversammlung am Wochenende weitgehend aus. Der Skandal von Ende Oktober sollte laut einem damals untröstlichen Hansa-Vorstandschef Robert Marien bei der Mitgliederversammlung thematisiert und aufgearbeitet werden.

Doch den großen Worten folgt offenbar – so gut wie nichts. „Der Vorstandsvorsitzende hat das Thema angesprochen, dann auch Mitglieder. Die Mitgliederversammlung war nicht öffentlich“, beschied eine Hansa-Sprecherin am Montag, ehe sie beim Anruf des Nordkurier abrupt den Telefonhörer auflegte. Sogenannte Fans hatten beim Samstagsspiel gegen Fortuna Köln einen jüngst verstorbenen Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern verhöhnt.

Auf einem Banner zeigten sie die Aufschrift „Kennzeichnungspflicht für S.B.“ Der Name des Beamten war dabei von den Fans in voller Länge ausgeschrieben worden. Der Beamte war bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Kennzeichnungspflicht für Polizisten bei sogenannten „Lagen“ – also Demos oder Risiko-Fußballspiele – wurde erst jüngst in Mecklenburg-Vorpommern eingeführt. Allerdings haperte es bislang mit der Umsetzung.

Caffier: Chance zur Distanzierung vergeben

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte die Aktion Ende Oktober scharf verurteilt. Entsprechend enttäuscht zeigten sie sich jetzt. „Der Hansa-Vorstand hatte Konsequenzen angekündigt. Wo sind die? Oder hat man einfach mal so ein bisschen darüber gesprochen und nun geht es weiter in der Tagesordnung?“, machte GdP-Landeschef Christian Schumacher seinem Unmut Luft. Somit werde künftigen Tätern, vielleicht sogar Straftätern, erneut Deckung gegeben.

Ein böses Foul auch in den Augen von Innenminister Caffier. „Ein öffentliches Statement aus der Mitgliederversammlung heraus wäre eine gute Gelegenheit für die Fanszene gewesen, der Öffentlichkeit und der Landespolizei zu signalisieren, dass sie sich von der pietätlosen Verhöhnung des verstorbenen Polizisten distanzieren. Diese Chance ist nun vertan.“

Vorstandschef Robert Marien hatte sich per Pressemitteilung Ende Oktober noch „fassungslos und schockiert“ gezeigt. „Wie takt- und skrupellos muss man sein, einen Verstorbenen zu verunglimpfen und seiner trauernden Familie zusätzlichen Schmerz zuzufügen? Das ist nicht der FC Hansa Rostock“, hieß es damals. Und: Das Statement sei nur der Anfang. „Dieser Vorfall muss und wird aufgearbeitet werden.“

 

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Kommentare (4)

Ich kenne mich in der Hooligan-Szene nicht so ganz genau aus, vermute aber, daß es sowohl rechtsradikale (sogenannte Ultras) als auch linksradikale (sogenannte Suptras) Hooligans unter den FC Hansa-Fans gibt. Die Normalo-Fans leiden dann unter dem miesen Image, daß diese Chaoten immer wieder aufs neue mit ihren dämlichen Aktionen begründen.

Die Welt insgesamt und MV haben ja auch keine anderen Probleme als so ein Spruchband. Dem Herrn Reißenweber scheint ziemlich langweilig zu sein, dass er jetzt aus einer lächerlichen Geschichte, über die man sicherlich geteilter Meinung sein kann, eine neue Geschichte machen will. Oder aber der Nordkurier will, wie andere Medien in MV auch, wieder mal auf Kosten von Hansa Rostock einen Klickjournalismus betreiben, um auf schwachsinnige Werbung oder eine billige Nordkurier-Auktion aufmerksam zu machen.

Der Herr Reißenweber sollte sich die Frage stellen, was die Mitglieder von Hansa Rostock bitteschön ob dieses Spruchbandes machen sollen!?
Sollen sich ca. 13.000 Mitglieder im Stadion versammeln und wie Nordkoreaner in eine kollektive Heulorgie verfallen, wenn der "geliebte Führer Kim sowieso" verstorben ist?

Der Vorstand von Hansa Rostock und der Verein generell hatten darüber hinaus in den letzten Wochen und haben generell wichtigere Dinge zu tun, als sich mit so einem Vorfall Tag und Nacht zu beschäftigen. Der Vorfall ist jetzt gut 4 Wochen her und da muss man dem Vorstand auch die nötige Zeit für die Aufarbeitung geben.
Außerdem wurde es auf der Mitgliederversammlung angesprochen. Möchte Herr Reißenweber zusätzlich noch einen "Brennpunkt" im Hansa-TV zu diesem Thema sehen?

Nebenbei erwähnt kann es auch sehr gut sein, dass diejenigen, die dieses Spruchband "entwickelt" und hochgehalten bzw. unterstützt haben, überhaupt nichts vom Tod des Beamten gewusst haben. Könnte man ja mal in Erwägung ziehen.
Deshalb sollten die Empörungsjournalisten vom Nordkurier, NDR, OZ und NNN den Ball in dieser Angelegenheit flacher halten. Gerade der Nordkurier, der sich ja neuerdings zu gerne an "Fake News" abarbeitet, um so richtig modern und hip zu sein und doch nur wie ein überteuertes und amateurhaftes Provinzblättchen daherkommt.

Jedes Jahr wiederholt sich das mediale Spielchen: Die Öffentlichkeit/Medien werden bei der Mitgliederversammlung ausgeschlossen und die Medien keulen ohne Sinn und Verstand mit billigen und armseligen Geschichten gegen Hansa Rostock zurück. Das zeigt, dass der Ausschluss der Medien richtig ist und beibehalten sollte.

Lächerlich auch, dass man hier einen Gewerkschaftsfunktionär und den Hansa-Hasser Caffier zur Wort kommen lässt. Gewerkschaftsfunktionäre kann man eh nicht ernst nehmen und Caffier erzählt gerne und generell viel Blödsinn, aber wenn es um und gegen Hansa Rostock geht, dann kommt aus dem Mund von Caffier immer nur verbaler "(Sonder)Müll".

Was soll an diesemr Aktion aufzuarbeiten sein? Die Fronten zwischen (Teilen der) Hansa Anhänger und der Polizei scheinen seit langem verhärtet. Anstatt sich in solchen sinnlosen und fiesen Aktionen zu verkämpfen sollten alle Hansa Fans den Verein beim Ziel Aufstieg in die zweite Liga unterstützen, und nicht über jedes Stöckchen springen das die Polizei und der Innenminister hinhält, Stichwort Blocksturm und "illegale" Banner. Das wird ohnehin schwer genug!
#afdfch

hier ist der Staat gefordert - in einem gesundem funktionierendem System passieren solche Ausfälle nicht - solche Aktionen haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen - die Regierungseben schieben nur die Verantwortung auf die untergeordneten Stellen - die Polizisten und der Normalverbraucher bekommen den schwarzen Peter oder sind die geprügelten Knaben