SCHAF GERISSEN

Hat ein Wolf bei Rostock zugeschlagen?

Trauen sich Wölfe jetzt schon am helllichten Tag in die Nähe von Dörfern und Städten? Ein Riss-Vorfall in Beselin lässt einen Jäger einem Bericht zufolge daran glauben.
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In Beselin bei Rostock soll am Montagabend ein Schaf von einem Wolf gerissen worden sein.
In Beselin bei Rostock soll am Montagabend ein Schaf von einem Wolf gerissen worden sein. Julian Stratenschulte
Beselin.

In Beselin bei Rostock soll am Montagabend ein Schaf gerissen worden sein. Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, soll der Schafhalter zwei Tiere vertrieben haben, die er für Wölfe gehalten habe. Auch ein Jäger, der das tote Tier gesehen habe, sei sich sicher, dass es ein Wolfsangriff gewesen sein muss. Nur Wölfe seien seiner Ansicht nach in der Lage, das 60 Kilo schwere Schaf ins Unterholz zu ziehen. Dort habe der Halter das schwer verletzte Tier gefunden und es schließlich von seinem Leiden erlöst.

Von anderen Wildtieren wie Füchsen, Wildschweinen und Rehen sei bekannt, dass sie immer weiter in besiedelte Gebiete vordringen. „Es sieht so aus, als ob der Wolf inzwischen auch zu diesen Kulturfolgern gehört“, sagte der Jäger Gernot Flach der Ostsee-Zeitung. „Das Bild vom Wolf, den man nie sieht, stimmt so nicht mehr.“ Es gebe bereits mehrere Hinweise für Wölfe in der Region bei Rostock. „Aber wenn das am Montag Wölfe waren, ist es für mich das erste Mal, dass sich Wölfe bei Tageslicht in so unmittelbarer Siedlungsnähe zeigen“, so der Jäger.

Eine offizielle Bestätigung für einen Wolfsangriff in Beselin gibt es noch nicht. Laut Flach konnte keine DNA-Probe genommen werden. „Der Halter hat das tote Schaf gleich vergraben“, so der Jäger.

Wie soll es mit dem Wolf weitergehen?

Das Thema Wolf spaltet die Gesellschaft. Auf der einen Seite stehen die Landwirte, in deren Beständen der Räuber Jahr um Jahr mehr Schaden anrichtet. Auf der anderen Seite die Naturschützer, die sich darauf berufen, dass der Wolf seine angestammten Reviere früher auch in Westeuropa hatte und deshalb absoluten Schutz genießen muss.

Bei unserem zweiten Nordkurier-Talk können Sie mitdiskutieren, wie es mit dem Wolf weitergehen soll. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 8. Mai, um 18.30 Uhr im Medienhaus des Nordkurier in Neubrandenburg (Engelsring 29) statt. Neben Landwirtschaftsminister Till Backhaus haben Manfred Leberecht, Landwirt und Vizepräsident des Bauernverbandes MV, sowie Stefan Schwill, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes MV, als Diskussionsteilnehmer zugesagt. Die Moderation wird Jürgen Mladek, Chefredakteur des Nordkurier, übernehmen.

Der Eintritt kostet 12,50 Euro. Aufgrund der begrenzten Platzzahl bitten wir um eine telefonische Anmeldung unter 0800 4575033.

 
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