Auch an der Ostsee wird’s wieder günstiger.
Auch an der Ostsee wird’s wieder günstiger. Jens Büttner
Immobilienmarkt MV

Haus-Preise geraten ins Rutschen – sogar an der Ostsee

Steigende Bauzinsen, explodierende Energiepreise: Die aktuelle Lage hinterlässt Spuren auf dem Markt für Wohnimmobilien in MV. Sogar an der Küste ändert sich etwas.
Neubrandenburg

Die Kehrtwende am Immobilienmarkt nimmt auch in Mecklenburg-Vorpommern konkrete Züge an. War der Nordosten im ersten Vierteljahr mit einer Steigerungsrate von durchschnittlich sechs Prozent gegenüber dem Vorquartal noch Spitzenreiter der Bundesländer beim Preisanstieg, ist das Land jetzt mit noch einem Prozent plus auf den letzten Platz durchgereicht worden. Das geht aus dem aktuellen Immobilienmarktbericht von Scoperty hervor, in dem die Daten aus zahlreichen offiziellen Quellen ausgewertet wurden.

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Demnach kostete im Landesschnitt bei Einfamilienhäusern der Quadratmeter 2319 Euro. Damit kommen die Zinswende bei Baufinanzierungen und steigende wirtschaftliche Belastungen auch beim Immobilienmarkt an. Die Auswirkungen seien jedoch lokal sehr unterschiedlich. In einigen Teilen des Bundeslandes gingen die Objektpreise bereits leicht zurück.

Knappes Plus in der Seenplatte

In Altentreptow in der Mecklenburgischen Seenplatte seien die Preise seit Jahresbeginn um rund zehn Prozent gesunken, der gesamte Landkreis verzeichnet nur noch ein Plus von knapp unter einem Prozent. Lediglich im Umfeld der Städte Neubrandenburg und Waren wird noch ein Plus von bis zu zwei Prozent erzielt. Für Neustrelitz verzeichnet das Portal Immoscout24 zum Beispiel bei Häusern ein Minus von 2,3 Prozent. Anders in Schwerin, wo die Preis um rund vier Prozent anzogen.

„Steigende Zinsen, höhere Energiekosten und eine zunehmende Inflation gehen am mecklenburg-vorpommerischen Immobilienmarkt nicht spurlos vorbei“, schätzte Scoperty-Chef Stefan Kellner ein. In 85 Gemeinden im Land seien die Preise im zweiten Quartal leicht zurückgegangen, mehr als in jedem anderen Bundesland. In mehr als 130 Orten stagnierten die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal zudem.

Stagnation im Kreis Rostock

„Obwohl wir noch keine großen Preiseinbrüche in der Fläche beobachten können, sehen wir doch, dass sich der Markt wandelt“, erläutert Kellner. Käufer profitieren zunehmend von mehr Angebot und mehr Spielraum bei den Preisverhandlungen. Mittlerweile müssten Verkäufer mit höheren Abschlägen rechnen, als in den Statistiken sichtbar werde.

Vor allem im Landkreis Vorpommern-Greifswald können sich Kaufwillige den Angaben zufolge im ersten Halbjahr über fallende Preise freuen. Dort allein fielen die Preise in über 60 Orten leicht. Dazu zählen laut Übersicht erstmals auch Ostseebäder wie Heringsdorf oder Zinnowitz. Lediglich in Greifswald wurden Häuser um rund 1,3 Prozent teurer. Auf Rügen lag das Plus noch einmal bei drei Prozent nach acht Prozent im ersten Vierteljahr.

Im Kreis Rostock, darunter auch in Teterow, stagnierten die Preise im Durchschnitt In Rostock selbst stiegen die Quadratmeterwerte im zweiten Quartal nur leicht um ein Prozent auf rund 3033 Euro je Quadratmeter.

 

 

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