Die Hausärzte in MV empfehlen Auffrischungsimpfungen Menschen, die älter sind als 70. (Symbolfoto)
Die Hausärzte in MV empfehlen Auffrischungsimpfungen Menschen, die älter sind als 70. (Symbolfoto) Robert Michael
Corona

Hausärzte in MV schimpfen über Wirrwarr bei Booster-Impfungen

Mecklenburg-Vorpommerns Hausärzte empfehlen Auffrischungsimpfungen derzeit nur Menschen, die älter als 70 Jahre sind, medizinischem und pflegerischem Personal und Immungeschwächten.
Neubrandenburg

Der Hausärzteverband Mecklenburg-Vorpommern sieht die Impfung gegen Covid 19 als die derzeit wichtigste Maßnahme, um der Corona-Pandemie im bevorstehenden Winter effektiv entgegenzutreten. Allerdings hält es der Verband für „dringend notwendig, den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu folgen“, betont Dr. Tilo Schneider, Stellvertretender Vorsitzende des Hausärzteverbands MV.

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Anders als politische Forderungen basieren würden nämlich nur die Empfehlungen der Stiko auf fachlich, wissenschaftlichen Grundlagen basieren. Daher empfehle der Landesverband die Booster-Impfung derzeit nur für Menschen, die älter als 70 Jahre sind, für medizinisches und pflegerisches Personal und Immungeschwächte.

Andere Empfehlungen würden die Impfkampagne gefährden

„Anderslautende und ständig wechselnde Impfempfehlungen, wie in den vergangenen Monaten geschehen, sorgen für Verwirrung und Verunsicherung in der Bevölkerung“, unterstreicht Tilo Schneider. Damit leiste man der Impfskepsis Vorschub und gefährde den Fortschritt der Impfkampagne.

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Die Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern haben in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben bewiesen, dass Sie die Impfungen ihrer Patienten schnell, unkompliziert und kosteneffektiv realisieren können. Die guten Erfahrungen würden helfen, auch die Auffrischungsimpfungen patientenfreundlich und wohnortnah durchzuführen.

Bei mehr als 1300 impfenden Praxen, seien rund 280.000 Auffrischungsimpfungen für besonders gefährdete Menschen in MV in kürzester Zeit zu erledigen. Das würde rund 215 Impfungen pro Praxis entsprechen „Dabei hat jede Praxis, die für sie und ihre Patienten optimale Lösung gefunden. Das reicht von Impftagen oder speziellen Sprechzeiten bis hin zur kontinuierlichen Impfung neben dem Tagesgeschäft“, erklärt Tilo Schneider. Auch in der Hansestadt Rostock wurden die Patienten in Pflegeheimen an erster Stelle durch ihre Hausärzte und mobile Teams geimpft. Aktuell haben alle Heimpatienten eine Booster-Impfung erhalten oder ist die Impfung zeitnah geplant.

Ungeimpfte brauchen Beratung

„Die Beratung und Impfung von bisher ungeimpften Personen, insbesondere wenn diese in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen arbeiten, ist enorm wichtig“, sagt Tilo Schneider. Um die Ungeimpften zu erreichen, brauche es „individuelle Beratung und das besondere Vertrauensverhältnis zum Arzt“. Nur so wäre der Schutz der hochgefährdeten Risikopersonen zu leisten oder auch eine eventuelle Impfpflicht zu vermeiden.

„Die Hausarztpraxen im Land stehen an „vorderster Front im Kampf gegen die Pandemie.” Das betrifft nicht nur die Impfung, sondern umfasst die Information, Testung und Behandlung der Bevölkerung über einen langen Zeitraum. Eine entsprechende Unterstützung und Anerkennung der Arbeit der Praxisteams ist aus Sicht des Verbandes insbesondere bei zu erwartender Zunahme der Inzidenz- und Krankenzahlen dringend nötig.

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