Die Impfung beim Hausarzt sind von der MV-Regierung als ein wichtiger Pfeiler der landesweiten Impfstrategie deklariert worden
Die Impfung beim Hausarzt sind von der MV-Regierung als ein wichtiger Pfeiler der landesweiten Impfstrategie deklariert worden. Nun beklagen sich die Ärzte, dass sie zu wenig Impfstoff bekommen. Oliver Berg
Corona-Pandemie

Hausärzte schimpfen über zu wenig Corona-Impfstoffe in MV

Die Impfkapazität soll im ganzen Land wieder hochgefahren werden. Doch es mangelt mal wieder an Impfstoff. Besonders die Hausärzte, eine wichtige Säule der Impfstrategie, beschweren sich.
dpa
Schwerim

Die Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern klagen über einen Mangel an Impfstoffen. Dies sei besonders bei Biontech der Fall. „Die bereits für die kommende Woche vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) rationierte Bestellmenge von 48 Dosen je Arzt wird nach Rückmeldungen unserer Ärzte nochmals um mindestens 50 Prozent reduziert”, hieß es am Freitag von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVMV) in Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin.

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Für die folgende Woche seien demnach weitere Rationierungen angekündigt, die auch den Impfstoff von Moderna betreffen könnten.

Mehr Erst- und Zweitimpfungen in MV

Auch aus Sicht von Stefan Zutz, Vorsitzender des Hausärzteverbandes im Nordosten, sind die Kapazitäten der Praxen nicht der limitierende Faktor bei den Impfungen. Die Impfzahlen seien in den vergangenen Wochen besonders bei den Auffrischungsimpfungen exponentiell gestiegen. Zutz zufolge gibt es auch wieder mehr Erst- und Zweitimpfungen. Wie die KVMV bestätigte, sind die Impfungen von Haus- und Fachärzten von ungefähr 10.000 in der ersten Novemberwoche auf 50.000 in der laufenden Woche gestiegen.

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Nach Angaben von Zutz leiden die Praxen enorm unter vielen Anrufen von Patienten, die falsch über die Auffrischungsimpfungen informiert worden seien. Aus seiner Sicht ist dafür vor allem die Kommunikation der Politik zu den Boosterimpfungen verantwortlich, da es zuerst hieß, jeder solle sich ohne Ausnahmen schnellstmöglich boostern lassen. Zutz sprach von einem organisatorischen und kommunikativen Versagen.

Ärger richtet sich gegen die Regierung in Berlin

Auch die KVMV richtete ihren Zorn auf Berlin: „Sowohl der Bedarf an Boosterimpfungen als auch der Umfang der noch nicht geimpften Personen sind seit Monaten bekannt. Offensichtlich wurden durch den Bund keine notwendigen Maßnahmen getroffen, um für ausreichend Impfstoff zu sorgen”, hieß es.

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