Hebamme Raymonde Kulessa mit der frisch geborenen Edda.
Hebamme Raymonde Kulessa mit der frisch geborenen Edda. Miriam Brümmer
Gesundheit

Hebamme aus Waren bleibt im Dienst

Laut Gerüchteküche verlässt eine weitere Hebamme das Müritz-Klinikum. Doch dem ist nicht so. Ändern wird sich trotzdem etwas.
Waren

„Geburten sind meine Leidenschaft“, sagte Raymonde Kulessa aus Waren energisch. Deshalb will die Hebamme ihren Beruf auch nicht ganz aufgeben, nur etwas kürzertreten. Das sagte die 58-Jährige gegenüber dem Nordkurier und dementiert anderslautende Gerüchte, wonach sie ihren Beruf ganz an den Nagel hängen wolle. Dem ist nicht so: „Ich leiste meine Dienste weiter für die Klinik“, versprach sie. Die Frauen seien verunsichert, weil Hebamme Ingrid Rösing aus Röbel kürzlich bekannt gegeben hat, dass auch sie keine Rufbereitschaft mehr anbietet und sich auf Vor- und Nachsorge sowie die Kurse konzentrieren will.

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In der Klinik seien auch wegen Krankheit gerade wenig Kollegen da „und die Frauen wissen nicht, wo sie ihre Kinder kriegen sollen“, so die Fachfrau für Geburten. „Aber sie stehen nicht alleine da“, verspricht sie. „Bis jetzt kann man in Waren sein Kind ohne Angst bekommen“, und Frühchen wurden schon lange sowieso nach Rostock oder Neubrandenburg verlegt.

Keine Geburtenbegleitung auf Abruf ab Juli

Das bedeutet, Frauen, die während Raymonde Kulessas Dienstzeit im Mediclin Müritz-Klinikum gebären, werden von ihr betreut. Sie werde dann nicht mehr nur „ihre Frauen“ aber ganz sicher die ein oder andere von denen entbinden, die sich auch weiterhin für die Kurse sowie Vor- und Nachsorge bei ihr melden können.

Was ab Juli nicht mehr geht, ist die Geburtsbegleitung auf Abruf. Im Jahr 1983 hatte sie ihr Studium abgeschlossen und nach über 40 Dienstjahren ist es für Raymonde Kulessa an der Zeit, sich mehr um die eigene Familie zu kümmern. Immerhin wird sie selbst demnächst wieder Oma und mit Rufbereitschaften habe sie wenig Zeit, für das Enkelkind da zu sein.

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Als Beleghebamme hat sie die Frauen in Kursen auf die Geburt vorbereitet und sie in die Klinik begleitet, bis das Kind geboren war. Da war die Bindung zu den Familien oft sehr intensiv gewesen und natürlich sei es schön, wenn alle an der Geburt Beteiligten auf einer Wellenlänge liegen.

Aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung, in der sie immer auch nach Dienstplan gearbeitet hat, sind oft Frauen dabei, die Raymonde Kulessa nicht persönlich auf die Niederkunft vorbereitet hat. Dennoch habe sie meistens „einen Draht“ zu den werdenden Müttern aufbauen können. Daher ist sie überzeugt, dass sie es auch weiterhin schaffen wird, dass sich alle wohlfühlen werden.

Raymonde Kulessa wird freiberufliche Hebamme

Als freiberufliche Hebamme widmet sie jetzt ihre Zeit vor allem der Vorsorge der Schwangeren sowie der Nachsorge von Mutter und Kind. Auch weil sie sich für diese Termine so mehr Zeit nehmen kann, hat sie sich für diesen Schritt entschieden.

Etwa mehr Ruhe, so hofft sie, kommt dann in die Vor- und Nachsorge, weil sie nicht mehr „unter Strom“ stehe und hetzen muss, weil sie zur Geburt gerufen wird. Gerade bei den weiten Wegen sei das oft schwierig gewesen.

Dafür könne sie nun Frauen in Gegenden betreuen, wo es keine Hebammen gäbe, wie beispielsweise um Plau. Das war sonst zeitlich gar nicht möglich, so die Geburtshelferin. Weiterhin bietet sie auch die Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungsgymnastik an. „Ich durfte ein Leben lang tun, was mir Freude macht und das will ich so beibehalten“, sagte sie abschließend.

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Anmeldungen zu Geburtsvorbereitungskursen

Anmeldungen sind telefonisch unter 0172 7804871 möglich.

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