Ringen um das Mandat im Deutschen Bundestag: Philipp Amthor (l., CDU) und Enrico Komning (AfD).
Ringen um das Mandat im Deutschen Bundestag: Philipp Amthor (l., CDU) und Enrico Komning (AfD). NK-Grafik
Frühchenstationen

Heftige AfD-Attacke gegen Amthor und die CDU

Gibt es noch eine Zukunft für die Frühchenstationen in Neubrandenburg und Greifswald? Philipp Amthor (CDU) macht Hoffnung – Enrico Komning (AfD) spricht von „inhaltsleerem Wahlkampfgetöse”.
Neubrandenburg

Der Kampf um den Bundestagswahlkreis 16 zwischen Philipp Amthor (CDU) und Enrico Komning (AfD) wird mit harten Bandagen ausgetragen. Bei der Diskussion um die Zukunft der Frühchenstationen im Wahlkreis hat der AfD-Mann seinem politischen Kontrahenten den Fehdehandschuh hingeworfen. „Wenn Philipp Amthor sagt, es gebe Hoffnung für die Frühchenstationen in Neubrandenburg und Greifswald, dann ist das nichts als inhaltsleeres Wahlkampfgetöse”, schmettert Komning dem Christdemokraten entgegen.

Auslöser der Attacke: Amthor hatte zu Wochenbeginn in Neubrandenburg erklärt, dass die neue gesetzliche Regelung für Frühchenstationen vorsähe, dass die Bundesländer mit den Krankenkassen Ausnahmevereinbarungen treffen könnten. „Da brauchen wir jetzt noch weiter politischen Druck”, hatte Amthor gesagt und hingewiesen, dass Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) die Verhandlungen führe.

Wenige Fälle im dünn besiedelten Osten von MV

Hintergrund der kontroversen Debatte ist ein Bundestagsbeschluss vom Frühsommer, wonach solche sogenannten Perinatalzentren nur noch betrieben werden sollen, wenn es mindestens 25 Fälle pro Jahr gibt. Dies werde in beiden Häusern nicht erreicht und sei in so dünn besiedelten Regionen wie dem Osten Mecklenburg-Vorpommern lebensfremd, hieß es auch vom Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte und vielen Landes- und Bundespolitikern aus dem Nordosten. Als solche zu früh Geborenen gelten Neugeborene unter 1250 Gramm Gewicht.

„Die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses, den Betrieb von Perinatalzentren nur ab einer Fallzahl von 25 pro Jahr aufrecht zu erhalten, wurde flankiert von einem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und einem Landesgesundheitsminister Harry Glawe – ebenfalls CDU”, kritisiert Komning. Und Glawe habe schon in seiner Zeit als Landeswirtschaftsminister die erbarmungslose Schließung der Gynäkologie und der Geburtshilfestation des Krankenhauses in Wolgast zu verantworten.

„Weg der Zerstörung des Gesundheitswesens”

Nach Einschätzung des AfD-Politikers werde die CDU und mit ihr Philipp Amthor stur den Weg der Zerstörung des Gesundheitswesens in den ländlichen Räumen weiter beschreiten. Amthor trete auf den Sorgen und Nöten der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern herum, nur um Wählerstimmen zu generieren und dann das Gegenteil seiner Versprechungen zu tun, so Komning.

Die AfD würde sich nach Worten von Komning für den Erhalt der vollumfänglichen Gesundheitsversorgung auch und gerade in den strukturschwachen Gebieten in Deutschland einsetzen. Mit der AfD sei der weitere Kahlschlag im deutschen Gesundheitswesen jedenfalls nicht zu machen. „Mit uns in Verantwortung würden die Frühchenstationen in Greifswald und Neubrandenburg weiter betrieben werden”, sagte der AfD-Politiker, der im Wahlkreis 16 (zu dem auch Neubrandenburg, Anklam, Ueckermünde und Pasewalk gehören) unter anderem gegen Amthor um den Einzug in den Bundestag ringt.

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