Lorenz Caffier (CDU) war 14 Jahre Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, bis er in der Affäre um eine geschenkte Pisto
Lorenz Caffier (CDU) war 14 Jahre Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, bis er in der Affäre um eine geschenkte Pistole zurücktrat. Jens Büttner
Kommentar

Herr Caffier, wir warten noch auf Ihre Erklärung!

Der frühere MV-Innenminister Lorenz Caffier wird sich in der Affäre um die offenbar geschenkte Pistole nicht mehr öffentlich erklären müssen. Wir warten weiter auf Antworten. Ein Kommentar.
Neubrandenburg

Man kann Lorenz Caffier schon verstehen: Mit 13.500  Euro kauft sich der Ex-Minister nun davon frei, die Affäre um die offenbar geschenkte Waffe im Gerichtssaal öffentlich aufklären zu müssen. Es dürfte ihm manche Peinlichkeit ersparen – dazu gehören die dumpfen Fragen: War da womöglich noch mehr Kungelei zwischen der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommerns und einem zweifelhaften Waffenhändler? Und wer hat die Waffe nun bezahlt: Der Waffenhändler selbst oder womöglich die anderen Top-Polizisten, deren oberster Dienstherr Caffier eigentlich war?

Darüber hinaus stehen aber auch noch folgende Fragen im Raum: Wie konnte sich der ausgebuffte Polit-Profi Caffier, der doch genau wusste, wie wichtig Integrität für einen Politiker ist, diesen schweren Fehler erlauben? Und wieso versuchte er anfangs, ihn zu vertuschen?

14 Jahre Innenminister und ein dunkler Fleck

Eigentlich muss Caffier, der in seiner 14-jährigen Amtszeit als Innenminister zwar für manche Kontroverse sorgte, der aber auch viel Gutes für das Land bewirkte, selbst das größte Interesse daran haben, diesen dunklen Fleck in seinem politischen Erbe öffentlich aufzuarbeiten. Diese Zeitung wäre ein guter Platz dafür. Herr Caffier, wenn Sie uns etwas mitzuteilen haben: Sie wissen ja, wie Sie unsere Redaktion erreichen.

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